Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1919-12-01 · Heft 8 (Dezember 1919) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 8 (Dezember 1919)
Date
1919-12-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3537599-3537737-3537745--4763-3542521
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Keilarbeit, Ueberweisungen 337 Kartell ausgeschieden. Mit Rücksicht auf die kritischen Zustände des Kartells und auf die Tatsache, daß während des Krieges mancher Hinauswurf versäumt wurde, der jetzt nachzuholen ist, sowie im Verhältnis zu den entsprechenden Zahlen vor dem Kriege ist diese Zahl recht günstig. Die Wiederaufnahmeges/uche. sind in ungewöhnlich großer Zahl eingegangen, sie beweisen die steigende Geltung des Kartells gerade in zionistischen Kreisen, Trotzdem sie mit größter Strenge behandelt wunden, sind etwa 15 Aufnahmegesuche genehmigt worden. Arthur Stein Bericht des Ueberweisungsressarts Als das Ueberweisungsressort nach dem Kartelltag seine Tätigkeit begann, galt es zuerst, die organisatorischen Grundlagen für die zu leistende Arbeit zu schaffen. Die Beziehungen zu den Korporationen und den einzelnen Bundesbrüdern mußten aufgenommen werden, um ein Bild der tatsächlichen Lage an den einzelnen Korporationsorten und so eine Grundlage für die Ueberweisungen zoi gewinnen. Der späte Zeitpunkt des Kartelltages brachte es mit sich, daß kein starker Einfluß auf die Gestaltung der Aktivitas im Sommersemester mehr genommen werden konnte. Es stellte sich bald heraus, daß ein außerordentlich starker Zuzug nach den Sommeruniversitäten, insbesondere nach Freiburg und Heidelberg, bevorstand, während einzelne kleinere Universitätsstädte, insbesondere Münster und Würzburg, in ihrem Fortbestand bedroht erschienen. Die Arbeit des Uebenweisungsressorts mußte sich demgemäß darauf beschränken, möglichst viele der nach Freiburg und Heidelberg strömenden Bundesbrüder von dort abzulenken und in weniger überfüllte Korporatiönsorte zu leiten. Dieses Bestreben hat nur einen beschränkten Erfolg gehabt: die Aktivitas in den Sommerkorporationen war im Sommersemester 1919 überaus stark, -während eine ganze Anzahl anderer Korporationen die zur Aufrechterhaltung eines zufriedenstellenden Korpo- Tationsbetriebes notwendige Anzahl jüngerer Bundesbrüder nicht aufzuweisen hatte. Dieser Mißerfolg war nicht weiter erstaunlich. Es mußte nierbei vor. allem, wie schon oben angeführt, der späte Beginn der Ueber- Weisungsarbeit und das völlige Fehlen der notwendigen Unterlagen mit in Rechnung gezogen werden; dazu aber kam, daß die jüngeren Bundesforüder, die ein .Korporationsleben überhaupt noch nicht kannten, die notwendige Disziplin vermissen ließen und daß die außerordentlich schwierige politische Lage und die besonderen Studienverhältnisse, die sich für den Einzelnen durch den Krieg ergeben hatten, eine freie Wahl des Studien- Portes außerordentlich erschwerten. Das Ueberweisungsressort hielt es daher vor allem für seine Aufgabe, die Ueberweisiungsarbeit des Wintersemesters vorzubereiten, um durch eine planmäßige Verteilung der zur Verfügung, stehenden Bundesbrüder eine gedeihliche Arbeit der Korporation während des Winters :zu ermöglichen. Zu diesem Zwecke sollte die UebenweisungstecrHiik auf neue Grundlagen gestellt werden. Während bisher im Präsidium die eigentliche Ueberweisungsarbeit einige Wochen vor Beginn des neuen Semesters in Angriff genommen worden war, wurde nunmehr versucht, den einzelnen Bundesbruder bereits zu Beginn des Semesters über seine Absichten tür das kommende Semester auszufragen und mit ihm schon zu 'diesem Zeitpunkte wegen einer Abänderung seiner Pläne im Interesse des Kartells in: Verbinidung zu treten. tHierbei sollten folgende Grundsätze in Anwendung kommen: 1. denjenigen Bundesbrüdern, die an Universitätsstädten zu Hause sind, ist in der Wahl ihres Studienortes während der wenigen Semester, die sie außerhalb ihres üeimatsorts verbringen können, -möglichste Freiheit zu lassen; 2. die Füxe sollen, um eine einheitliche Erziehung zu erhalten, grundsätzlich zwei Semester am selben Orte verblei-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.