Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1919)
- Date
- 1919-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3537599-3537737-3537745--4764-3542522- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
338 Berichte des Präsidiums foen; 3. den älteren Inaktiven sowie den Kriegsteilnehmern soll die Wahl von im Interesse ihrer Studien besonders geeigneten Universitäten naehs Möglichkeit nicht verwehrt werden. Die Unterlagen wurden durch Rundschreiben von den Korporationen* einzuholen versucht, das Ergebnis war jedoch nur an einzelnen Stellen befriedigend: zahlreiche Korporationen und Stammtische, deren Leiter offenbar in der Erledigung eines ordnungsmäßigen Schriftverkehrs noch wenig: geschult waren, beantworteten die 'gestellten Fragen gar nicht, stark verzögert oder nur in recht 'mangelhafter Weise. Weiter war insbesondere die vom Präsidium geforderte Mitarbeit der Chargierten und Fuxmajore in den einzelnen Korporationen nur selten befriedigend, und der Anregung», auf die Notwendigkeit der Ueberw eisungsarb ei t und ihre Bedeutung iür die zionistische Arbeit in Deutschland in den Fuxenstunden ausführlich hinzuweisen, wurde nur an wenigen Orten Rechnung getragen. So kommt es, daß die Erfolge der Ueberw eisun'gstätigkeit auch für dieses Wintersemester bezw. Zwischensemester nicht den Hoffnungen entsprochen tiaben. Besonders unbefriedigend ist es, daß die neugegründeten Korporationen in Hamburg und Köln trotz der Hoffnungen, die auf Grund der Zusagen einiger Bundesbrüder bestanden, nicht in ausreichender Weise mit arbeitsfähigen Burschen versorgt und daß auch dem neugegründete» Stammtisch in Hannover gesicherte Grundlagen für eine dauernde Fortexistenz trotz der Wichtigkeit dieses Ortes für die zionistische Arbeit nicht geschaffen werden konnten. Hierbei ist jedoch zu bedenken, da$ der igrößte Teil der Aktiven, deren Zahl durch die relativ günstigen Keilerfolge des letzten Semesters erheblich «gewachsen ist, aus Füxen besteht/ die für die Ueberweisungen verhältnismäßig wenig in Frage kommen,, während die Zahl der für die Korporationsarbeit verwendbaren Burschen? noch immer außerordentlich gering ist. Eine Besserung in dieser Hinsicht dürfte erst eintreten, wenn, nach Abschluß des nächsten Semesters* die neuaufgenommenen Füxe erzogen und ein zuverlässiger Nachwuchs herangebildet ist. Im Folgenden wird an Hand der Ueb er Weisungsakten eine zahlenmäßige Aufstellung über die Ueberw eisungen gegeben, die in den einzelnen Korporationen vorgenommen wurden. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß die hier gegebenen Zahlen mit den in der Tat bestehenden Stärkeverhältnissen nicht übereinstimmen, da eine verhältnismäßig große Anzahl von Bundesbrüdern, -gegen die im Einzelfalle mit den uns zur Verfügung stehenden Disziplinarmitteln vorgegangen wird, sich der Ueberweisung durch das (Präsidium völlig entzogen haben. Bei dieser Aufstellung konnte der V. J. St. Hechawer in Berlin nicht berücksichtigt werden, weil von ihm erst nach Abschluß der Ueberweisungsarbeit das notwendige Material zur Verfügung gestellt wurde. Die V.J.St. Kadimah-Wien und Charlottenburg waren an den Ueberweisungen nicht beteiligt. Insgesamt standen für die Ueberweisungen des letzten Semesters 494 Bundesbrüder mit dem Präsidium in Verbindung, von? denen 369 an ihrem Korporationsort verblieben, während sich 125 an einen anderen Ort überweisen ließen. Der verhältnismäßig geringe- Wechsel^ des Korporätionsortes ist darauf izurüokzuführen, daß infolge der schlechten Wohnungs- und Ernährungsverhältnisse nur eine geringe Neigung zum Aufsuchen von Orten besteht, an denen der Einzelne noch unhekannt ist* und daß eine große Zahl der in Frage kommenden Bundesbrüder zu einer beschleunigten Beendigung des Studiums gezwungen und daher an bestimmte Universitäten -gebunden ist. Wie «groß die Zahl der Buridesbrüder ist, die sich der Ueberweisung durch das Präsidium entzogen haben, zeigen folgende Beispiele: Nach dem V.J.St. Berlin wurden 32 Bundesbrüder überwiesen, während die tatsächliche Stärke etwa 42 ibeträgt; in Köln ergibt sich ein Verhältnis von? 6:10, in Halle ein solches von 10:15, und in der Saronia-Frankf ürt nach dem letzten Bericht sogar ein solches von. 33 :65. Es ist ohne: