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Der jüdische Student · 1919-12-01 · Heft 8 (Dezember 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 8 (Dezember 1919)
Date
1919-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Allgemeines 333 dieser Angelegenheit fand nicht die erforderliche Unterstützung seitens der übrigen Verbindungen. Unser Bestreben, durch persönlichen Besuch der einzelnen Korporationen durch Präsidiumsmitglieder mit jenen in möglichst enge Fühlung zu kommen, hatte gute Erfolge. Was unsere Stellung zu fremden Korporationen anbelangt, so ist auch hierüber im J. St. das Wesentlichste berichtet worden. Betreffs unseres Verhältnisses zum B. J. A. sei auf unsere Veröffentlichung im Oktöberheft des J.St., S. 276 ff., hingewiesen; über unsere unveränderte Kampfstellung gegen den K. C, insbesondere über die Frage des Verhaltens ihm gegenüber bei den Wahlen zu den Studentenparlamenten, informiert der im Augustheft des J. St., S. 200, abgedruckte Briefwechsel. Bei den Verhandlungen, die einige unserer Verbindungen anläßlich von Zusammenstößen lokaler Bedeutung mit K. C.-Verbindungen zu führen hatten, wurden von ihnen Fehler begangen, die wohl vermieden worden wären, wenn die betreffenden Kartellvereine rechtzeitig unseren Rat eingeholt oder unseren Rat befolgt hätten. Die Gerüchte über angebliche zionistische Strömungen im K. C. haben sich als stark übertrieben herausgestellt. Fest steht nur, daß es im K. C. eine Opposition gegen die in den K. C.-Blättern zu Worte kommende, völlig äußerliche Richtung gibt Eine erfreulichere Gestaltung hat unser Verhältnis zum A. J. G. V. angenommen. Dort hat eine deutliche Entwicklung zum Zionismus eingesetzt. Wir suchen sie dadurch zu fördern, daß wir den A. J. G. V. zu größeren Veranstaltungen einladen und selbst Veranstaltungen des A. J. G. V. besuchen. Bbr. Klauber ist damit beauftragt, die Verbindung mit dem A. J. G. V. dauernd aufrecht zu erhalten. Wir haben versucht, in engere Beziehungen zu außerdeutschen zionistischen Studentenorganisationen zu kommen und eine gemeinsame Arbeit mit ihnen anzubahnen, so mit dem „C a r t e 1 des scietes acaderniques s i o n i s t e s Hechaver e n S u i s s e*\ ferner mit der Niederländischen Zionistischen Studentenorganisation (N. Z. S. 0.) und den österreichischen zionistischen Verbindungen. An einem „Lager", das die N. Z. S. O. vom 7.—14. Juli in Laren in der Nähe von Amsterdam veranstaltete, nahmen im Auftrage des Präsidiums die Bundesbrüder Lichtheim und Platz teil. Platz pflegt auch weiterhin offiziell die Beziehungen zur N.Z.S.O, Unsere KarteJlverbindung Kadi man in Wien wurde von Bbr. Perl, ebenfalls im Auftrage des Präsidiums, besucht; er versuchte, durch die Kadimah mit den anderen Wiener zionistischen Verbindungen einen Konnex herzustellen. Perl führt unsere Korrespondenz mit Wien. Alle diese Versuche stecken noch in den Anfängen und haben noch keine positiven Ergebnisse gehabt, sind jedoch aussichtsreich. Auch das Verhältnis des in Straßburg von unseren dortigen Bundesbrüdern und ehemaligen K. J. V.ern gegründeten „C er c 1 e des etudiants s ionist es" zu unserem Kartell bedarf noch der Klärung. — Da zu befürchten war, daß es anläßlich der jüdischen Feiertage in Berlin zu antisemitischen Exzessen kommen würde, beteiligten sich unsere Berliner Verbindungen auf Beschluß des Präsidiums an einer unbewaffneten Sicherheitstruppe aller Berliner jüdischen Jugendorganisationen, welche aber glücklicherweise nicht in Aktion zu treten brauchte, da die befürchteten Ausschreitungen nicht -eintraten. Einem Vorschlag des Zentral- Vereins gegenüber, einer ständigen Kommission der Berliner Jüdischen Jugendorganisationen aller Richtungen zur Abwehr des Antisemitismus unter Führung des Zentralvereins beizutreten, nahmen wir aus prinzipiellen Gründen eine ablehnende Stellung ein, erklärten uns aber bereit, uns ebenso wie an der Sicherheitstruppe für die Feiertage auch in Zukunft bei akuten Anlässen an gemeinsamen Abwehrmaßnahmen m beteiligem wobei wir uns die Entscheidung von Fall zu Fall vorbehielten. Hans Lipsehttz

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