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Der jüdische Student · 1919-12-01 · Heft 8 (Dezember 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 8 (Dezember 1919)
Date
1919-12-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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334 Berichte des Präsidiums Bepicht des Keilressorts Das Keilressort begann seine Tätigkeit unter besonders ungünstigen inneren und äußeren Bedingungen. Ich verweise auf meine sehr eingehenden Keilberichte im J.St. Heft 3 Seite 96 ff. und Heft 5 Seite 180 ff., wo auch sehr eingehend die Zuwiachszahlen des Kartells bis zum Februar 1918 zum Vergleich dargestellt sind. •Hervorzuheben ist, daß die Satisfaktionsfnage * für die Propaganda keine Rolle spielt. Wenn selbstverständlich auch eine Anzahl Keilfüxe auf dieSatisfaktionWert legt, so ist demgegenüber eine entsprechende, vielleicht noch größere Anzahl von Keilfüxen vorhanden, welche die Satisfaktion ablehnt. Im allgemeinen ist es recht einfach, Keilfüxe in diesem wie in jenem Sinne zu beeinflussen, und die Fälle, in welchen der Eintritt in das Kartell von der Stellungnahme zur Satisfaktiansfrage abhängig gemacht wird, sind so vereinzelt, daß sie überhaupt nicht in (Rechnung zu ziehen sind. In den ersten beiden Keilperioden war eine ungewöhnlich große Masse von Keilfüxen vorhanden; dies war für uns jedoch kein Vorteil, dia die überwiegende Mehrzahl der jungen Studenten Kriegsteilnehmer war, welche für die Keilarbeit kaum noch in Frage kamen. Auch die jüngeren Kriegsteilnehmer stürzten sich allgemein mit einem solchen Eifer auf Ihr Studium, um die versäumte Zeit nachzuholen, daß sie für irgend welche Bestrebungen außerhalb des Studiums nicht ziu halben waren. Recht schwierig zu behandeln waren für unsere jungen Bundesbruder die jetzt sehr zahlreichen sozialistischen Keilfüxe. Wenn .auch nach wie vor der K. C. für unis der Hauptgegner ist, weil er die organisierte Assimilation darstellt, so ist doch der Kampf um die jungen Sozialisten (für uns mindestens ebenso wichtig: Es handelt sich hier um eine recht erhebliche Zahl von jungen Menschen, die ihrer ganzen Anlage nach meist für den Zionismus in Frage kämen, weil sie gewöhnt simd, ihre Interessen einer Idee unterzuordnen, und weil sie gewillt sind, sich von einer geistigen Bewegung tragen zu lassen. Gerade diese Menschen sind für uns von hohem Werte, aber gerade sie sind auch von unseren unerfahrenen Leuten, die selbst mit dem Sozialismus nicht fertig werden konnten, nur schwer im geistigen Kampfe zu überwinden. Hier liegt eine Aufgabe für den Unterricht in unseren Verbindungen, die bisher noch nicht gelöst ist. Die Freie Studentenschaft spielt dagegen überhaupt keine Rolle mehr, auch die F.W.V. ist kein bedeutender Gegner für uns. Die paritätischen Verbindungen haben nur eine lokale Bedeutung und sind uns zur Zeit ebenfalls nicht sehr gefährlich. Erheblich ist in einigen Orten die Gegnerschaft des B. J. A. und sonst im allgemeinen die des K. C. Die Keilerfolge des K. C. sind, soweit wir das beurteilen können, hinter unseren zurückgeblieben. Dies ist immerhin ein günstiges Ergebnis, wenn man bedenkt, daß die Verbindungen des K. C. offenbar zu Anfang jdieses Jahres gut in Stand waren und daß sie über eine zahlenmäßig weit stärkere Aktivitas verfügten als unsere Verbindungen. Es ist ferner zu beachten, daß der K. C. zwar an allen Orten, an denen wir Verbindungen haben, ebenfalls Verbindungen hat, außerdem aber noch in Dresden, Aachen, Hannover, Darmstadt, Karlsruhe und Münster. Wenn auch die meisten dieser Orte über so wenig jüdische Studenten verfügen, daß es nicht verlohnt, dort Arbeit aufzuwenden, darf doch nicht übersehen werden, daß der K. C. in Hannover und in Münster erheblichen Zuwachs bekommen hat. Von Münster werden so phantastische Zahlen genannt, daß ich sie nicht wiedergebe, weil sie mir immerhin unglaubwürdig klingen. Wir waren bei dem Mangel an Aktiven nicht in der Lage, an diesen Orten Verbindungen zu unterhalten. Es ist unsere selbstverständliche Aufgabe, alle Keilfüxe, die überhaupt inneren Wert besitzen, zu erfassen und sie dem K. C. abzujagen. Es ist natürlich unmöglich, zu verhindern, daß der K. C. ebenfalls einen Teil der Keilfüxe erhält; es ist aber auch zu beachten, daß bei der neuen Orientierung im deutschen Judentum, bei der Durchrüttelung, die gerade der Zionismus herbeiführt, und herbeiführen will, die bewußt nicht-

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