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Der jüdische Student · 1919-11-01 · Heft 7 (November 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 7 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Für und wider die Ringbildung V3QQ dann gibt ja jede noch so geringe Verschiedenheit Grund zu neuen Spöttereien, warum nicht gleich 39 Ringe? x Deutschmann mußte sich zu dieser Perspektive versteigen, da er ia prinzipiell urteilt, und statt bei Organisationsfragen die Tatsachen zu befragen, sie nach Prinzipien zerrt. Irgend eine prinzipielle Meinungsverschiedenheit, z. B. über die Besiedlungszahl Palästinas, bedeutet noch lange nicht die Notwendigkeit neuer Ringbildung. Diese liegt, wie gesagt, erst dann vor wenn der Gegensatz eine Behinderung darstellt, nicht fruchtbare Vielseitigkeit, wenn die Differenzierung den Saturationspunkt überschreitet, und bis dahin ist der individuellen Verschiedenheit reichlicher Spielraum geboten. Dann können wir wirklich den Streit um all die Kleinigkeiten lassen und uns ganz dem hingeben, was der gegenwärtige Augenblick von uns fordert, der Arbeit, denn dann wird sie nicht behindert und absorbiert durch Gezänk, Reibereien und Disputationen über das Wie, Was und Wo? Breslau. AlexKaatz II Wenn innerhalb einer Gemeinschaft Parteiungen entstehen, welche diö weitere Existenz dieser Gemeinschaft gefährden, so ist eine Lösung dieses unerquicklichen Zustandes nur auf zweierlei Weisen möglich: entweder stellen die Mitglieder dieser Gemeinschaft das Einende über das Trennende und bewahren dadurch die Einheit oder aber sie steilen das Tren- Hende über das Einende und gelangen so zur Trennung. Welcher Weg der Lösung in dem einzelnen Falle zu wählen ist, hängt von den besonderen Umständen dieses Falles ab. Ist das Trennende ein integrierender Bestandteil der leitenden Idee der Gemeinschaft, dann ist unverzüglich zu einer Trennung zu schreiten, liegt aber das Trennende außerhalb der leitenden Idee, ist vielmehr die leitende Idee gerade das einigende Band und fordert sie gebieterisch die Einheit, so ist unter allen Umständen das Trennende unterzuordnen, so ist unter allen Umständen die Einheit zu bewahren.. Man wird mir vielleicht entgegenhalten, daß diese letzte Forderung dem Prinzip der Freiheit widerspreche, daß es unzulässig sei, einen derartigen Zwang auszuüben. Dem aber ist entgegenzuhalten, daß das Wesen der Freiheit nicht darin besteht, daß man sich in schrankenlosem Individualismus auslebt, sondern daß vielmehr die berechtigten Forderungen des Einzelnen ihre Grenze finden, an den legitimen Interessen der Gemeinschaft. Ist die Einheit ein legitimes Interesse einer Gemeinschaft, so hat sich ihr daher jedes Mitglied dieser Gemeinschaft unterzuordnen- Unser Kartell ist eine Gemeinschaft, in der Parteiungen herrschen. Es wäre töricht, bestreiten zu wollen, daß innerhalb des K. J. V. Richtungen und Strömungen vorhanden sind, die in gewissem Grade voneinander divergieren. Man mag als Gründe dieser Divergenz angeben, was man will, so viel steht jedenfalls fest, daß sie außerhalb der leitenden Idee, außerhalb des Zionismus, außerhalb der ernsten zionistischen* Arbeit liegen. Und das ist das Entscheidende. Die Gegensätze können und sollen nicht abgeleugnet werden, es kann und soll aber mit schärfster Deutlichkeit darauf hingewiesen werden daß diese Gegensätze nicht in der leitenden Idee wurzeln, daß sie nicht mit dem JVesen dieser Idee verknüpft sind, sondern daß vielmehr die leitende Idee gerade das gemeinsame Band ist, das uns alle eint. Und dieses gemeinsame Band verlangt von uns bedingungslos die Einheit. Damit soll nicht gesagt sein, daß die zionistische Idee an und für sich notwendigerweise die bedingungslose Einheit im Gefolge haben müsse. Wenn wir in unserer Heimat wären, wenn wir in unserem eigenem Staat'sverbande unsere inneren Angelegenheiten selbständig regeln würden, dann wäre der Streit der Meinungen sogar höchst erfreulich, denn gerade dadurch würde ein gesunder Fortschritt gewährleistet werden, wählend die bedingungslose Einheit eine Kirchhofsruhe bewirken und dadurch

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