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Der jüdische Student · 1919-11-01 · Heft 7 (November 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 7 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Wunderlich, Wiederaufnahmen 305 Jegeii.*) Und wenn die Ringaktion mir bei Abfassung des Keiiberichts schon bekannt gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich alle Zahlen dick drucken lassen müssen, da die Ringanhänger, die Vorkämpfer praktischer Tätigkeit, ihre Behauptungen genau so auf Vermutungen und Theorien statt auf Tatsachen stellen, wie bisher die unwissendsten Neulinge. * -Berlin' ~ Arthur Stein Wiederaufnahmen Trotz aller inneren Kämpfe übt das Kartell auf ehemalige K.J.V.-er eine große Anziehungskraft aus. Das sieht man an der stetig wachsenden Zahl der Wiedereintrittsgesuche. Ich habe den Eindruck, daß diesen Gesuchen oft in leichtfertiger Weise stattgegeben wird. Fern sei uns jede Engherzigkeit die etwa einem bewährten Zionisten, der oft viele Jahre eifrig im Kartell gearbeitet hat und dann wegen eines uns heute lächerlich ^erscheinenden Stunkes ausgeschieden ist, den Wiedereintritt verwehren will. Aber wenden möchte ich mich gegen all die „lieben Kerle", die jetzt -aus Herdentrieb oder gelotst von Bundesbrüdern, die meist auch nur „liebe Kerle" sind wieder ins Kartell hineinwollen. Wir haben der Lauen, Allzulauen wirklich genug im Kartell und wollen ihre Zahl nicht noch vermehren. Vom jungen Juden, der zu uns kommt, brauchen wir nicht mehr zu verlangen, als daß er ein normal anständiger Mensch und erziehungsfähig? ist. Die Kartellerziehung muß ihn dann zum sozial denkenden und vor allem -sozial handelnden Zionisten machfen, dessen ganzes Streben nach Palästina gerichtet ist- Ganz andere Forderungen müssen wir an den meist älteren Mann stellen, der wieder ins Kartell hinein will. Die Tatsache, daß er mit ein paar Bundesbrüdern befreundet ist und im besten Fall noch den Schekei bezahlt, nebst fierzlbild und N.-F.-Büchse im Wohnzimmer, genügt absolut nicht, um ihn für unser Kartell wertvoll zu machen. Neben der selbstverständlichen! moralischen Wohlanständigkeit müssen wir ver- *- Mit diesem Hinweise erledigen sich wohl einige Bedenken Senators, dessen Artikel „K-J. V.-Rea'ktion?" mir inzwischen zu Gesicht gekommen ist. Die Berichtigung „positiver Unrichtigkeiten" durch Bbr. Senator ist keineswegs einwandfrei. Die Tatsache, daß Freiburg die meisten Füxe bekommen hat, beweist nichts, da die einzige Verbindung, die den Umständen nach mehr hätte bekommen können, Heidelberg war und dort ebenfalls schlecht gearbeitet wurde. Wenn der K. C. dort nicht mehr Füxe bekommen hat, so ist die einzige Erklärung, die sich auch Senator hätte geben können, die, daß der K. C. noch schlechter gearbeitet hat als die Freiburjger, was für unsere Freiburger kein Lob sein kann. Unbestreitbar ist. daß uns Füxe entgangen sind und daß die technische Vorbereitung des Semesters infolge der Zwistigkeiten nicht ausgenutzt worden ist. Der freie Kampf der Geister, den ich keinesfalls unterbinden will darf die Stoßkraft nicht lähmen; es gibt Augenblicke, in denen man diesen Kampf etwas zurückstellen muß. Wenn man hierzu nicht imstande ist, wird man sich den Vorwurf der Disziplinlosigkeit schon gefallen lassen müssen. Aus Freiburg aber sind Einzelfälle gemeldet worden, die mit dieser geistigen Auseinandersetzung kaum noch etwas >zu tun hatten und lediglich als Unerzogenheiteni zu werten waren. Im übrigen war es mir interessant, durch Senator zu erfahren, daß inzwischen bekannt geworden ist daß ich einseitig informiert gewesen sei — mir war davon nämlich noch nichts bekannt geworden». Ich hatte meine Informationen aus den Berichten der Verbindungsbeamten», der Freiburger Konvent hat diese nie widerrufen oder berichtigt. Man. wird .nicht gut verlangen können, daß ich, bevor, die Verbindungsberichte zu einem jKeilberieht des Präsidiums zusammengefaßt werden, erst die Teilnehmer der Konvente anfrage, ob diese Berichte den Tatsachen entsprechen. Auf die sachlichen Ausführungen Senators ist an anderer Stelle einzugehen.

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