Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Oktober 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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288 Aus den Korporationen Bescheidenheit. Niemand bildete sich ein, die „Saronia" als eine Muster- Korporation bezeichnen zu wollen, zumal jeder erkannte daß nur durch einen fähigen C. C. die Gegensätze nicht zum Stunk geführt hatten. Wie hätte es auch anders sein können? Ein zufriedenstellendes Korporationsleben kann nur auf einer gleichgestimmten und gleichgesinnten Gemeinschaft beruhen. Das heißt nicht, daß der Einzelne sich seiner Individualität begeben -müßte; aber die Einordnung in die Gemeinschaft und die Erkenntnis -dieser Notwendigkeit sind die Voraussetzungen eines jeden Gemeinschaftslebens. Eine Auffassung aber, die den Stunk als das Stahlbad bezeichnet, aus dem tatenfrohe Bundesbrüder ihre Kraft schöpfen — ein solcher Gedanke wäre zu absurd, um auf ihn überhaupt einzugehen, wenn hier nicht wieder einer der Fälle vorläge, der, mit schwülstigen Worten zurechtkonstruiert, zur Verwirrung der Geister beitragen muß. Wer den Stunk als Mittel zum Zweck benutzt, verkennt das Wesen jeder geistigen Gemeinschaft; und daß auch Bbr. Ostrowski sich seiner Inkonsequenz bewußt ist, geht aus seiner Scheidung m Berliner und Provinz-Korporationen hervor. Ich brauche nicht besonders zu betonen, daß eine geistige Bewegung aus sich selbst heraus schafft, und brauche mich nicht weiter über Gemeinschaft und Gemeinschaftsformen zu verbreiten. Der nächste Kartelltag wird sich für oder gegen die Thesen von Bbr. Ostrowski entscheiden müssen. Aber dagegen muß doch mit allen Mitteln gekämpft werden, daß ein Bundesbruder es wagt, aus Zerrissenheit und Stunk die Lebensfähigkeit einer Korporalion herleiten zu wollen und von ^Einheit da zu reden, wo keine war. Wir haben in Frankfurt a. M. die Probe aufs Exempel gemacht und wären heute froh, sie nicht gemacht zu haben. Die Nachwirkungen, die wir heute in erhöhtem Maße spüren, sind nur die notwendigen Folgen einer verfehlten Auffassung. So haben wir, obwohl sich ca. 40 Bundesbrüder während der Ferien in Frankfurt ä. M. aufhielten, keine Ferienarbeit geleistet. "Wir haben weder nach innen noch nach außen etwas erreicht. Wenn sich auf dem letzten Konvent deshalb die Mehrheit der Frankfurter Bundesbrüder für die Ringbildung aussprach, so bewog die meisten dazu der Gedanke, daß wir nicht mehr Semester wie das verflossene durchkämpfen und unsere Kräfte nutzlos vergeuden wollen, sondern daß wir unter den heutigen Verhältnissen nur bei reinlicher Scheidung erfolgreiche Arbeit nach innen und außen leisten und nur so unserem gemeinsamen jüdischen Ziele näher kommen können. ^Frankfurt a. M., 27. Sept. Julius Simon x ai Altherrenbund der V. J. St. Maccabaea Königsberg Der Vorstand setzt sich nunmehr zusammen aus : Rechtsanwalt Dr. B e r 1 o w i t z, Vorsitzender, Königsberg Pr., Steindamm 40/42, Tel. 6345. Dr. Katzenellenbogen, Schriftführer, Königsberg Pr., Samlandweg 2, Tel. 2782. Dr. jur. P e t z a 11, Referendar, Kassierer, Königsberg Pr., Hint.. Vorstadt 55. Alle Zuschriften erbitte ich an meine Adresse. Jeden Monat finden zwei Altherrenabende statt; der erste am ersten Mittwoch nach dem 1. Zu den Altherrenabenden werden die Alten Herren aus Ost- und Westpreußen ■gern erwartet. Jeweiliger Ort der Zusammenkunft vom Vorstand schriftlich - oder telephonisch zu erfahren. Katzenellenbogen