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Der jüdische Student · 1919-10-01 · Heft 6 (Oktober 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 6 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
[Seite] (sequence 51)
Language
German
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AUS DEM ALTHERRENVERBAND Cin Comite für jüdische Wirtschaftspolitik Es dürfte allgemein bekannt sein, daß die Arbeitsgemeinschaft, die von den zionistischen Ingenieuren und Technikern geschaffen worden ist, anit großem Erfolge gearbeitet und der Organisation wichtige Dienste .^geleistet hat. Das Beispiel gab Anlaß, auch die sachverständigen Personen auf rein wirtschaftlichem Gebiete in eine Arbeitsgemeinschaft zusammen zu fassen. Der besondere Zweck eines solchen Zusammenschlusses ist es, nicht nur Projekte wirtschaftlicher Art, die im Hinblick auf die Kolonisation Palästinas an die zionistische Leitung herantreten, zu begutachten, sondern wenn möglich auch selbst die Initiative zu ergreifen, um dem Palästina-Amte Anregungen zu geben. Von vornherein mußte daher eine enge Zusammenarbeit mit dem Palästina-Amte gesucht werden, und es kann gesagt werden, daß das Palästina-Amt sich der neu geschaffenen Arbeitsgemeinschaft offenbar gern bedienen will. Voraussetzung für einen wirklichen Erfolg ist allerdings, daß die Arbeitsgemeinschaft nicht ein Tummelplatz wirtschaftspolitischer Parteiströmungen wird, sondern nichts als praktische Arbeit leisten will. Die Mitgliedschaft soll grundsätzlich nur solchen Zionisten offen stehen, die auf Grund ihrer Stellung im Wirtschaftsleben über ausreichende Erfahrungen verfügen, um zu einem selbständigen Urteil in Wirtschaftsfragen befähigt zu sein. Mitglied kann daher nur derjenige werden, der vom Vorstande eingeladen wird. Allerdings beschränken wir uns dabei nicht nur auf Berufsnationalökonomen sowie selbständige Industrielle und Kaufleute, sondern es sollen auch Juristen, die, sei es auf dem Gebiete des Steuerwesens, sei es auf dem Gebiete der Kommunal- oder Kartellverwaltung sachverständig sind, herangezogen werden. Unter Studenten dagegen suchen wir grundsätzlich unsere Mitglieder nicht. Wir wollen jedoch die Mitarbeit der Studenten in besonderer Weise heranziehen, indem wir wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung stellen, die nach dem Muster von Universitätstseminararbeiten anzufertigen sind. Diese Arbeiten sollen, bevor sie dem Palästina-Amte eingereicht werden, in einem Diskussionsabend der Arbeitsgemeinschaft referiert und besprochen werden. Bereits die Begründung der Arbeitsgemeinschaft und die in ihr erfolgende Zusammenfassung möglichst aller Personen, auf die die Voraussetzungen der Mitgliedschaft zutreffen, ist von erheblichem Wert. Sie gibt die Möglichkeit einer Uebersicht, für welche einzelnen Gebiete des Wirtschaftslebens in zionistischen Kreisen Sachverständige zur Verfügung stehen, die für den einzelnen Fall zur Beratung herangezogen werden können. Es ist dabei klar, daß die Mitgliedschaft nicht nur auf die in Berlin ansässigen Personen beschränkt sein darf, obwohl die persönliche Teilnahme an den Sitzungen im allgemeinen nur den Ortsansässigen möglich sein dürfte. Die auswärtigen Mitglieder sollen jedoch regelmäßig die Einladungen zu den Veranstaltungen und ihre Protokolle zugesandt erhalten, damit sie die Möglichkeit persönlicher Teilnahme oder schriftlicher Aeußerung haben, und wir werden es sehr begrüßen, in mög- Jichst fruchtbaren Gedankenaustausch mit auswärtigen Mitgliedern treten zu können. Bundesbrüder, welche den Wunsch haben, der Arbeitsgemeinschaft beizutreten, oder die andere geeignete Persönlichkeiten empfehlen können, werden um entsprechende Mitteilung an den Unterzeichneten gebeten. Die Arbeitsgemeinschaft hat sich den Namen gegeben "Comite für jüdische Wirtschaftspolitik'\ Daraus geht hervor, daß nicht nur die in Ver-' bindung mit dem Palästina-Amt zu lösenden palästinensischen Aufgaben in »den Kreis der Aufgaben einbezogen werden sollen. Vielmehr ist es in gleicher Weise Sache desjComites, die allgemeinen Wirtschaftsprobleme der jüdischen Wanderung sowie die Aufgaben, die aus der nationalen Autonomie

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