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Der jüdische Student · 1919-10-01 · Heft 6 (Oktober 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 6 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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Vom Präsidium 277 lange zurückliegenden Zwistigkeiten kein Traditionswert beigemessen. Die Erlebnisse »des Krieges, der Aufschwung der jüdischen Sache hätten esuns nicht gestattet, anzunehmen, daß eine jüdische Vereinigung die Begriffe deutsch-christlicher Korporationen von „Disziplin und korporativer GescMosiSienheit4* über die Solidarität de,s jüdischen Gedankens [stelle; wir bedauerten die Stellungnahme der V.J.A-, seien aber gewiss, daß die große Entwicklung der jüdischen Sache wenn auch spät, so doch mit Sicherheit auch die V. J. A. ergreifen werde. Hierauf erwiderte die V. J. A. Berlin der V.J. St. iHasmonaea am 4. April 1919: „.....Es kann .nicht bestritten werden,, daß der B- J. C. mit Zustimmung aller seiner Bundesvereine den Abbruch der korrekten Beziehungen zum B. J.A. und seinen Bundesvereinigunjgen vollzogen hat. An. diesem Zustande ist auch durch die Fusion des B. J. C mit dem K.Z.V. zum K. J. V. nichts geändert worden. Jedenfalls waren wir berechtigt, nach dem bisherigen Verhalten des K. J. V. dies anzunehmen; denn weder hat das K. J. V. dem auch von uns befolgten akademischen Brauche, entsprechend, uns seine Konstituierung angezeigt, noch hat es uns — abgesehen von diesem Formale — bisher während der ganzen Jahre irgend welche Beachtung geschenkt. AI] das schien uns ein deutliches Symptom für den Willen des K. J. Vzu sein, die Tradition des B.J.C, wenigstens in seinen Beziehungen zum B. J. A-, fortzusetzen. Aus der Feststellung dieser Tatsachen» werden Sie erkennen, daß keine separationspölitischen Motive unsere Ablehnung veranlaßt haben, daß vielmehr die dem jüdischen Einheitsgedanken widersprechende Trennung von Seiten des B. J.C ausgegangen ist. Wenn in Ihrem Kartell, wie Sieschreibent, der Aufreohterhaltunfg der erwähnten Differenzen kein Traditionswert beigemessen wird, so müssen wir unserer Verwunderung darüber Ausdruck geben, daß seitens ihres Kartellpräsidiums bisher keine Schritte zur Aufnahme der korrekten Beziehungen bei unserem Bundes- Präsidium unternommen worden sind. Wir gehen dabei von der Ueberzeugunig aus, daß unsere Bundesleitung bei allen Fragen, die sie zu entscheiden haben wird, der Dringlichkeit der Einheit des gesamten jüdischen Volkes in vollem Maße Rechnung tragen wird. Wenn Sie nun lediglich' die „positiv" gerichteten Teile des jüdischen Volkes zur Einheit zusammenschließen wo'llen,, so können wir dem gegenüber darauf aufmerksam machen, das der klall-jisroel-Ge danke bei: uns den Gedanken der Einheit aller Glieder des jüdischen Volkes bedeutet; abgesehen davon, daß nach unserer Anschauung der Begriff des „Positiven44 nicht ohne Beziehungen zur Forderung der Thoratreue zu definieren ist. Was die Wahrung der Karteltdiszip'lin betrifft, so befremdet uns Ihre Kritik umSomehr„ als Sie doch selbst nach den Veröffentlichungen in Ihrer Bundeszeitschrift „Der Jüdische Wille44 den größten Wert auf die Karteldisziplin legen. In der Tat kann keine Organisation ohne innere Geschlossenheit und Disziplin bestehen. In diesem Zusammenhange voiih unserer Auffassung als der „deutsch-christlicher Studenten44 zu sprechen, ist zurückzuweisen. Gerade unsere Vereinigung hat sich während der ganzen Dauer ihres Bestehens in der Förderung spezifisch-jüdischer Kultur bewährt. Wie Sie aus diesen Ausführungen ersehen, haben wir Ihr Schreiben unter Vermeidung jeder persönlichen Spitze rein sachlich beantwortet- Mögen Sie darin unser Bestreben erblicken, Gegensätze nicht zu vertiefen, die, aus der historischen Entwicklung geboren, den Einheitsgedanken nicht fördern können." Hierauf erwiderte das Präsidium am 17. April 1919 dem B. J.A.: „Unsere Kartellkorporation., die Verbindung Jüdischer Studenten Hasmonaea, hat uns Ihren Briefwechsel mit der Vereinigung Jüdischer Akademiker zur Kenntnisnahme übergeben. Wir nehmen an, daß auch Ihnen die Vorgänge bekannt sind. Wir können Ihnen versichern, daß die alten Zwistigkeiten zwischen dem B.J.C. und B.J.A. bei uns längst in Ver-

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