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Der jüdische Student · 1919-10-01 · Heft 6 (Oktober 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 6 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
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276 Vom Präsidium bewegung gibt es keinen Stillstand und keine Einigung, ein Ziel, eine Idee wird gefordert, der die Jungen nachstreben wollen. Die Alten, die jetzt nicht mehr jung sein können, sie haben als Füxe auch einmal von dem Blick nach Sonnenaufgang gesungen, dann haben sie ihr Examen gemacht, sich mit einer Assimilantin verehelicht, man kann zufrieden sein, wenn ein Herzlbild da hängt, wo der Alldeutsche seinen Hindenburg hinhängt, und ihre Kinder empfinden an der Hand der zionistischen Propagandaliteratur ihr Judenproblem von neuem. Sie, die sich selbst nicht nationalisieren, verkünden in Rundschreiben, daß sie das Galuth nationalisieren wollen und beanspruchen für diese Arbeit die gleiche Anerkennung wie unsere landarbeitende Jugend. Mit derartigen Bestrebungen verbunden kann ein frisches Leben^im K. J. V. nicht aufkommen. Die K. J. V.-Jugend -wünscht, soweit ich sie kenne, höhere Ziele und größere Aufgaben; sie will Lehre und Leben in Einklang bringen und nicht am Ende der Studien in ein jüdisches Philisterium hinabsteigen, das noch viel erniedrigender ist als jedes andere, weil es in der Werbearbeit dauernd die Jugend wieder zur Unwahrheit und Halbheit treibt. Als vor dem Kriege Wanderfahrten nach Palästina unternommen wurden, da erhoffte man sich davon, daß das Land uns näher gebracht würde, und es wurde uns auch nähergebracht. Der Krieg hat es wieder in nebelhafte Ferne rücken lassen und die berufliche Einstellung auf Palästina ist Sache einiger weniger, meist solcher, die anderen Organisationen und Gedankenkreisen nahestehen. Der K. J. V.-Jugend muß Palästina näher gebracht werden; sie muß unermüdlich zur Einstellung auf das Land ermahnt und es muß ihr die Uebersiedlung erleichtert werden. Wäre die Stimmung eine von diesem Geist getragene, dann könnten nicht Tendenzen, die im Vergleich dazu geradezu lächerlich sind, soviel Staub aufwirbeln. Wenn nicht jeder einzelne mitkann, psychisch oder physisch, so macht das nichts. Will man das aber zur Tendenz erheben, so ist das unwürdig für das K. J. V. Mögen solche austreten und ein feudales farbentragendes Korps gründen. Ins K. J. V. gehören £ie auch als Ring nicht hinein. Um solchen Tendenzen aber würdig entgegentreten zu können, erwarten viele Bundesbrüder vom Präsidium eine Palästinapolitik, die alle anderen Tendenzen das Unbedeutende und Rückschrittliche ihrer Bestrebungen selbst einsehen läßt. Wir erwarten also vom Präsidium, daß es im künftigen Jahre sich nicht scheut, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen, die selbst Bbr .... dazu bringt, nur noch als weiser Natjian \ln orientalischem Gewände mit seinen,Ringen zu hausieren. Wir wünschen dem Präsidium leschanah tobah! Hamburg J. Toeplitz VOM PRÄSIDIUM K. J. V. und B. J. A. Auf eine Ende des Wintersemesters 1918/19 'erfolgte Einladung der V.J.St Hasmonaea erwiderte die V. J. A. Berlin, daß »sie mit Rücksicht auf Disziplin und (korporative Geschlossenheit nicht in der Lage sei, die von ihrem Bundestag gefaßten Beschlüsse zu mißachten und die Zwistigkeiten» ,die seinerzeit bestanden hätten, zu übersehen. (Hierzu ist zu bemerken, daß im Winter 1906/07 in Straßburg zwischen dein V. J. St. und der V. J. A. Differenzen entstanden, die scMießlidh dazu führten, daß am 21. Marc 1907 das Präsidium des B. J. C. in einem Brief an das Präsidium des B. J.Afeststellte, daß der B. J.A. den Abbruch der Beziehungen zwischen B.J. C. und B. J.A. herbeigeführt habe). Die V. J. St* Hasmonaea erwiderte: Der B. J. C, mit dem die Differenzen bestanden hätten, bestehe nicht mehr, die liasmonaea als frühere K» Z. V.-Korporation hätte von diesen Vorfällen nichts gewußt; aber auch wenn sie ihr bekannt gewesen wären, hätte sie ihre Einladung ergehen lassen; denn im K. J.V. würde den durch verhältnismäßig nebensächliche Dinge entstandenen;

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