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Der jüdische Student · 1919-10-01 · Heft 6 (Oktober 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 6 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German
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4 Senator, K. J. V.-Reaktion? 27r IC. J. V.-Reaktion? Beim Lesen des letzten J. St. konnte ich mich der Erkenntnis nicht verschließen, daß üiier -die konservativen Kräfte im Kartell -unter Zusammenfassung vieler richtigen und falschen Beobachtungen wuchtig zu einem Vorstoß gegen die „Jungen", die ^JEnup'örer", vorgehen.*) Da mir immerhin die Sachlage gänzlich anders gewertet zu müssen scheint will ich mich zu den Angriffen, die sich offen oder leicht verdeckt in sämtlichen Aufsätzen des Heftes finden, äußern, um vielleicht so der anderen Seite doch noch einmal gewisse Dinge und Konsequenzen zu bedenken zu geben. Zunächst habe ich kurz meine Beobachtung zu begründen, wonach, "man systematisch, und zwar in wenig schöner — fast muß ich sagen,, demagogischer — Weise gegen uns vorgeht Vorweg jedoch möchte ich bemerken, .daß ich meine Auffassung der Dinge nicht dadurch zu entwerten bitten muß, daß man mich mit irgendwelchen „Richtungen" im Kartet identifiziert. Ich erkläre hiermit ausdrücklich, daß ich durchaus nicht einverstanden bin mit den allermeisten Dingen und Anschauungen, die heute im Blau-Weiß herrschen, ferner, daß ich mich auch nicht ohne weiteres mit irgendwelchen kulturellen oder sozialen Programmen irgendeiner „Hedrawer-Verbindung" zu identifizieren vermag- Worauf es mir hier heute ankommt, ist, grundsätzlich und allgemein das Ungerechtfertigte sehr vieler Vorwürfe, die man der nach neuen Formen suchenden Generation macht, und andererseits die Schwäche der 'eigenen Position der Angreifer aufzuweisen, wobei ich keineswegs die Berechtigung mancher Einwendungen übersehe. Vielleicht, daß die folgenden Erörterungen doch dazu beitragen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Gegner wenigstens klar sehen und ihre gegenseitige Stellung erkennen. — Nun also beginne ich mit der kurzen Aufzählung einiger besonders markanter „Stellen", die ich mir zur Begründung meiner Auffassung von dem Schlag, zu dem man ausholt, um die Aufruhrer zu zerschmettern^ notiert habe. t 1. Gleich im Tätigkeitsbericht des Präsidiums finden wir da die schönen Worte von den Bundesbrüdern, die sich (nebenbei bemerkt - auf einmal) unfähig gezeigt haben, sich dem „Rahmen des Kartells einzuordnen". Wir hören, daß in Freiburg und Heidelberg man diesen Bundesbrüdern energisch entgegengetreten ist, was in Heidelberg zum Austritt einiger Bundesbrüder geführt hat. (S. 177.) 2. Im Keilbericht von Artur Stein vernehmen wir von dem „selbstverständlichen Versagen der Verbindungen, die -sich mit inneren Zwistigkeiten zu befassen hatten: Frtrburg und Heidelberg.....In Freiiburg war das Semester auf das Glänzendste vorbereitet durch die Leiter des Zwischensemesters — die Intensivierer" hatten es anders beschlossen, so *) Die klaren und sachlichen Ausführungen Senators werden die- Diskussion über das Thema der Entwicklung und Umgestaltung des K.. J. V. in nützlicher Weise fördern. Seine Annahme indes, der letzte J.St habe einen systematischen Vorstoß konservativer Kräfte gegen die Tendenzen der Jugend bedeutet, ist irrig. Das zeitliche Zusammentreff e n verschiedener Veröffentlichungen, in denen Senator eine gleichartiger „korporative" Auffassung konstatieren zu können glaubt, war rein zufällig. Und in sachlicher Beziehung liegt den verschiedenen Arbeiten zweifellos nur die Absicht ^zugrunde, durch Kritik — wie jeder sie sich gefallen lassen muß — der gemeinsamen Arbeit zu dienen. Das Wohlwollen gegenüber der nach neuen Formen und Inhalten strebenden Jugend fehlt keinem der Kritiker; tSie wissen, idaß ohne eine solche Jugend das; K. J. V. erledigt wäre. Damit ist aber nicht gesagt, daß man vor dieser Jugend bedingungslos kapitulieren müßte. ec.

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