Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Oktober 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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272 fr, Senator, K. J,' V.-Reaktion? ssind unsere, zum Teil sicheren, Keilfüxe in Freibürg uns verloren ge'gangen " Und nun ein auffallender Nachsatz, auf den nadhher noch besonders zurückzukommen sein wird: , An beiden Orten hat der K.C. merkwürdigerweise nicht mehr Erfolge als wir zu verzeichnen." (S. 180.) 3. „Die Undiszipliniertbeit eines bestimmten Kreises", so schreibt Artur Stein dann weiter: „z. T. früherer Blau^Weißer, hat uns mit den durch sie her vor gerufenen Zwistigfkeiten in den beiden Semestern eine Anzahl Füxe gekostet, die z. T. dem ICC. zugefallen, jedenfalls dem Zionismus verloren sind/' — 6 Blau-AVeiße, so hören wir auf der nächsten ■Seite, sind nicht aktiv geworden. (S. 184.) 4. Eridh Cohn erscheint in dem Austrittsgesuch eines Bundesbmders 4as „sinnvolle beben", der „geistige Zionismus", als verdächtig, es scheint darin zu stecken das 'Programm einer ,Jugendgemeinschaft". — 5. In seiner Erwiderung auf Kupferbergs „Grundlagen und Ausblicke" stellt Artur Stein fest: „Gerade die Beseitigung dieses wieder hervorbrechenden Individualismus steht im Brennpunkt des Kampfes zwischen der alten und der jungen Generation." Aus dem Zusammenhang geht klar "hervor, daß Stein die Beseitigung dieses Individualismus durch die Alten für notwendig ansieht. — Dies also einige Sätze aus der Anklageschrift, mit denen ich mich nun im Folgenden zunächst einzeln und der Sache nach auseinandersetzen wiE Immerhin kann ich schon jetzt die Bemerkung nicht unterdrücken; daß das Ganze eine verzweifelte Aehnlichkeit mit der Politik gewisser deutscher Parteien aufweist, nun der bösen Revolution die Verantwortung für alle Sünden, die sie selbst begangen haben, zuzuschieben. Ich hoffe später, diesen Satz noch begründen zu können. Im Einzelnen habe icih also zu bemerken: ad 1: Der „Rahmen des Kartells", in den sich einzuordnen verlangt wird, ist natürlich ein viel zu verschwommener Begriff, als daß damit überhaupt irgendwelche wirklich einheitliche, zielbewußte SammlungspO'Mtik — „Einheit des Karteis" genannt — getrieben werden könnte. Haben wir doch erlebt, daß dieser 'Rahmen nicht nur an zwei Orten (Freiburg und Heidelberg z. B.) ganz verschiedenes Format aufwies, sondern sogar am gleichen Abend war dieser Rahmen keineswegs von unveränderlicher Größe. Einmal umfaßte er nur eine solche Elite, daß vom Kartell nicht viel, übrig geblieben wäre, ein andermal wieder bedeutete er die Organisation der nationaljüdischen Jugend, eine Auffassung, die übrigens, wie ich mit großer Befriedigung 'feststelle, Erich Cohn zu teilen scheint: auf Seite 193 lesen wir wenigstens: Das K. J. V. ist eine Jugend Organisation (hier im Gegensatz zu Jugendgemeinsdhaft gebraucht). Mit diesem ■leeren Begriff des „Rahmens", der je nach Bedarf gewendet», auch einmal, wenn man sich -stark genug fühlt, zum Austritt einiger Bundesbrüder benutzt werden kann, läßt sich also wohl nicht viel anfangen. ad 2: Hier habe ich nun positive Unrichtigkeiten zu berichtigen. Ich stelle zunächst einmal fest, daß die Ivria-Freiburg mit 13 Keilfüxen trotz oder vielleicht wegen der „Intensivierer" (Artur Steins so außerordentlich genaue Kenntnisse über diesen Gegenstand -rühren, wie ja inzwischen bekannt geworden, aus durchaus einseitiger Information her), die absolut höchste Ziffer von Keilfüxen aufzuweisen hat. Wenn Artur Stein von Freiburg 20—25 Füxe verlangen zu müssen glaubt, so hätten ihm doch die 'Keilerfolge des K. C. — nach seinen eigenen Angaben „merkwürdigerweise" auch keine größeren — zu denken geben müssen. Nun, ich will ihm das Rätsel lösen. Erstens ist in Betracht zu ziehen, daß, da «natürlich infolge des Krieges die meisten Studenten audh effektiv eine höhere Semesterzahl haben — was naturgemäß wieder auf die Möglichkeit einer Aktivmeldung ungünstig einwirkt — nicht «der gleiche Prozentsatz der jüdischen Studenten wie im Frieden als Keilfüxe anzusprechen ist; zweitens -aber muß ich Artur Stein darauf hinweisen, daß allerdings in einem -Augenblick, wo in der Welt immerhin Dinge vorgehen; die einen jungen