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Der jüdische Student · 1919-10-01 · Heft 6 (Oktober 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 6 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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268 Markiewitz, Die Ringbildung und ihre Gegner desbrüdern den Beschluß bei uns an. Er und das Breslauer Mitglied des erweiterten Präsidiums machten .uns Mitteilungen über Vorgänge bei sei* ner Entstehung, die geeignet waren, seine Wirkung abzuschwächen. Diese. Nachrichten gaben wir weiter. Bei beiden Bundesbrüdern berechtigte und. verpflichtete ihre amtliche Stellung — auf diese pflegt man in Breslau; Wert zu legen — dazu, ihren Angaben zu vertrauen. . Eine andere Möglichkeit hatten wir nicht, denn die Zephirah hatte nicht nur das Kartell mit ihrem 03 .e s c h 1 u ß ü'b er rascht, sondern es nicht einmal für nötig gehalten, ihn uns gleichzeitig mit den Verbindungen mitzuteilen. Sie ist also gewiß" nidht zu dem Vorwurf berechtigt, .daß wir ihr nicht rechtzeitig Gelegenheit zur Aeußerung gegeben hätten. Wir haben dann sofort — zum ersten Mal am 12. August — die Zephirah um eine Aussprache ersucht» Am gleichen Tage trafen die ersten sachlichen. Aeußerungen der Zephirah — ihr gedrucktes Rundschreiben: und das Rundschreiben] vom 9. August — bei uns ein- Darauf schrieben, wir am 13. August: Nachdem Euer Rundschreiben vom 9. August hier eingetroffen ist,, möchten wir unserem Briefe vom 12. August noch Folgendes hinzufügen: Wir bedauern, durch Eure neuen Veröffentlichungen auch unsererseits, nochmals zu einer Erwiderung vor -dem Kartell gezwungen zu sein. Wir halten es für einen unleidlichem Zustand, die Spannung der Stimmung* die aus Euren Briefen spricht, längere Zeit ohne Aussprache andauern zu lassen. Außerdem toben wir Euren Mitteilungen entnommen, daß . Eurem Vorgehen offenbar zum großen Teil unrichtige Informationen zugrunde liegen, so daß eine sachliche Auseinandersetzung dringend" ge^ boten erscheint. Wir bitten Euch daher, nunmehr uns die Gelegenheit zur Besprechung mit den im Schreiben vom 12. August genannten Mit*- gliedern des Präsidiums mit größter Beschleunigung m geben. (Falls Ihr etwa meint, auf die Anfechtung Eures Beschlusses nicht eingehen zu können, istellen wir hiermit (bei Eurem Konvent den Antrag auf Aufhebung des Beschlusses. Das Präsidium des K- J- V* gez. B r 1 e s k i. Das war die Antwort auf das Rundschreiben vom 9. August, in dem uns schon damals „Kampfesweise, wie sie im politischen Kampf leider an der Tagesordnung ist, in der Geschichte des Kartells aber ohne Vorgang sein dürfte, Verdächtigung der persönlichen Ehre von Bundesbrüdern, Erhebung ungeheuerlicher Vorwürfe in leichtfertiger Weise" vorgeworfen wurde! Wir können es hiernach wohl dem Kartell überlassen, zu beurteilen, wer persönlich kämpfte und wer sich um eine sachliche Auseinandersetzung bemühte. Wir haben unsere Bemühungen um die Aussprache nachher dauernd, auch durch Eilbriefe und Telegramme, fortgesetzt, aber die Zephirah war bis jetzt leider verhindert. Trotzdem wirft man uns vor, wir hätten uns nicht bemüht, ihr „Gelegenheit zur Aeußerung zu geben". Auf die Entstehungsgeschichte des Breslauer Beschlusses sind wir mit keinem Wort mehr eingegangen, nachdem die Zephirah den Folgerungen widersprochen hatte, die aus den hierüber an uns gelangten Mitteilungen zu ziehen waren. Wir gehen auch heute nicht darauf ein. Die Klarstelking dieser Angelegenheit, die wir allerdings für dringend geboten halten, muß bis zu der Besprechung des Präsidiums mit den Breslauer Bundesbrüdern verschoben werden, die nun hoffentlich doch in absehbarer Zeit stattfinden wird. In allen folgenden mündlichen und schriftlichen! Diskussionen haben wir uns bis jetzt nur mit den Argumenten der Ringanhänger beschäftigt. Auch der Konvent des V. J. St. Berlin, bei dem wir den hierzu entsandten Breslauer Bundesbraideriri unmittelbar entgegen traten, verlief in vollster Sachlichkeit — was die Breslau er bestätigen werden.

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