Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 6 (Oktober 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Ringbildung 259 mitgeteilt worden, daß dieser Kartelltag die endgültige Entscheidung bringen solle. Wir sind damit einverstanden. Wir halten es ebenfalls für notwendig, daß die Entscheidung fällt und daß dann die beschlossene Entwicklung stetig und ohne Störungen vor sich geht. Wie diese Entscheidung ausfallen wird, glauben wir heute bereits zu wissen. Die Aufnahme, die der Breslauer Vorschlag bisher gefunden hat, zeigt bereits, daß" die überwiegende Mehrheit des Kartells gegen die Ringbildung ist. Es hat sich herausgestellt, daß die Grundlagen . für die verschiedenen Ringe überhaupt nicht vorhanden sind. Es gibt nur den einen Ring der Ringanhänger, dem das ganze übrige Kartell geschlossen gegenübersteht. Mißglückt ist insbesondere die Spekulation auf den Hechawer und die ihm nahestehenden Kreise. Diese Gruppe, die einzige, die nach Angaben der Ringanhänger ein besonderes jüdisches Programm vertritt, ist heute entschieden für die Einheit des Kartells. Wäre das nicht der Fall, so wäre es die Aufgabe aller Vertreter der für das K. J. V. gültigen Erziehungsziele — und das wollen doch die Ringanhänger besonders sein —, die Anhänger des Hechawer in das Kartell hineinzuzwingen. Der Standpunkt des Hechawer in der Ringfrage aber zeigt bereits mit aller Deutlichkeit, daß er im Kartell mitarbeiten will, daß er seine Aufgabe und seine Forderungen anerkennt. Separatistische Tendenzen, die diesem Willen zur Mitarbeit, dieser Erkenntnis von der Notwendigkeit des Kartells widersprechen, vertreten heute nur noch die Ringanhänger. Die Differenzen, die auf dem letzten Kartelltag bestanden, bestehen heute, wie man sieht, nicht mehr in derselben Form. Das Kartell hat die Möglichkeit, seine Ziele zur Geltung zu bringen, nachgewiesen. Die Entwicklung beginnt erst, wir wissen, wie vieles noch geschehen muß, um befriedigende Zustände zu schaffen. Aber daß wir die Anzeichen einer neuen Belebung des K. J. V. spüren können, ist entscheidend. Das Kartell wird seine Aufgaben im gesamten Gebiete der zionistischen Jugendbewegung erfüllen, wenn es entschlossen an die Verwirklichung der nachgewiesenen Möglichkeiten herangeht. Das Präsidium des K. J. V. Blumenfeld. Bileski. Buchholz. Berthold Cohn. Hirsch. Jacubowski. Lelewer. Lipschitz. Siegfried Moses. Walter Moses Smoira. Stein. Anlage A. Stellung der K. J. V.-Organisationen zur Ringfrage. Alle uns bekannten Ergebnisse sind mitgeteilt: Für Ringbildung: Gegen Ringbildung: V. J. St. Zephirah, Breslau. V. J. St. Kadimah, Bonn. B. V. Mittel- und Niederschlesien. V. J. St. Hacheruth, Breslau. V. J. St. Berlin. (Mehrheit der A k- V. J. St. Jordania, München, tivitas dagegen.) V. J. St. Maccabaea, Berlin. ■ \/. J. St. Hatikwah, Würzburg. Ruder-V.J. St., Berlin.; Sport - V. J. St., Berlin. V. J. St. Ivria, Freiburg. V. J. St. Cöln. B.V. Hannover. Rechtsrheinisch-westfälischer B.V. V. J. St. Hasmonaea, Berlin. [ V. J. St. Maccabaea, Königsberg. V. J. St. Bar Kochba, Göttingen. V. J. St. Saronia, Frankfurt a. M. (32 Stimmen gegen, 6 für Ringbildung, 8 Stimmenthaltungen).