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Der jüdische Student · 1919-10-01 · Heft 6 (Oktober 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 6 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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250 Die Ringbildung anhänger die ^Teilung der Korpbrationen eine Art ringmäßiger Scheidung bedeutet, erlebt die Zephirah, daß die Spaltung mitten durch ihre Reihen geht, gerade dort, wo man ,d,ie Keilarbeit der einen Verbindung auf die Zionisten, die der andern auf Nichtzionisten konzentriert hatte (ohne Wissen des Präsidiums!), sollen nach Angabe des Breslauer Vertreters auf dem Berliner Konvent zahlreiche Zionisten in die paritätischen Verbindungen gegangen sein und die Qualität der erstsemestrigen Füxe der Zephirah unbefriedigend sein. Die Ringanhänger brauchen uns wahrhaftig nicht über die Notwendigkeit eines Kampfes gegen den K. C. zu belehren. Der Keilbericht und alle Veröffentlichungen des Präsidiums zeigen, daß dieser mit aller Anstrengung geführt wird. Gerade wir haben auch immer betont, daß das Leben der Verbindungen segensreich beeinflußt wird durch die dauernde tätige und umbildende Einwirkung der Zionisten auf die Assimilanten, zu der die Anwesenheit nichtzionistisch'er Erziehungsobjekte zwingt. (Diese Erkenntnis, welche die Rihganhänger früher auch vertraten, scneint ihnen jetzt freilich verloren gegangen zu sein, wo sie — wie früher ihre Gegner — nachgiebig und ungestört von anderen Meinungen, ein abgerundetes und abgeschlossenes Leben zu führen wünschen). Bei alledem aber vergessen wir nicht, — was die Ringanhänger tun — daß auch in der Keilarbeit der Kampf mit dem K. C. nicht die letzte Weisheit bedeutet. Wir können heute z. B. auch in unserer Werbearbeit nicht an den sozialistischen Strömungen vorübergehen, die doch einen großen Teil jüdischer Akademiker erfüllen. Gerade diese Leute sind oft besonders wertvoll, weil sie daran gewöhnt sind, zu denken und sich für idealistische Verpflichtungen ganz einzusetzen. Hier ist eine ernsthafte Auseinandersetzung geboten und auch die Ringanhänger werden auf die Dauer an neuen Erscheinungen nicht vorbeikommen. Der Zustand des Kartells beweist nach Meinung der Ringanhänger die Notwendigkeit der Ringbildung! Das Präsidium hatte nach dem Kartelltag die Arbeit in einem Zustande übernommen, der auch für einen organisatorischen Zusammenhalt keinerlei Gewähr bot. Durch die Einwirkungen des Krieges und die mangelhafte Arbeit in der Kriegs-' zeit war das Kartell völlig auseinandergefallen. Auch die Voraussetzungen einer organisatorischen Arbeit mußten neu geschaffen werden. Unter diesen Umständen schien es uns eine ausreichende Leistung für die Arbeit des ersten Kartelljahres, wenn es gelang, das Kartell organisatorisch wieder zusammenzufassen und in diesem Sinne eine einheit liehe. Arbeit zu ermöglichen. Die innere Entwicklung des Kartells, mußte dann Aufgabe des nächsten Kartelljahres sein. Wir haben nie daran gedacht, daß wir, wie man jetzt glauben machen will, in kürzer Zeit einen restlos befriedigenden Kartellzustand erreichen könnten. Als die Zephirah ihren Beschluß faßte, war festzustellen, daß das erste Ziel, der organisatorische Aufbau, bereits gelungen war. Es wurde nicht nur im Präsidium, sondern auch von den Verbindungen — trotz aller Mängel im einzelnen, die auch bei einer durchschnittlich guten Arbeit immer festzustellen und mit Recht zu rügen sein werden — so gearbeitet, wie unsere Aufgabe es erforderte. Darüber hinaus war auch die innere Entwicklung zwar keineswegs abgeschlossen oder auch nur sichergestellt, aber durchaus auf dem Wege. Das Präsidium hatte in einer Weise, wie es früher niemals möglich gewesen war, mit den. einzelnen Verbindungen Fühlung genommen. Daraus ergab sich ein Bild, wie es in dem nachstehenden Rundschreiben dargestellt ist, das auf Grund der oben erwähnten Anzweiflungen unserer Informationen an die Verbindungen gerichtet wurde. J.-Nr. 2302. Berlin, den 31. August 1919. Das Präsidium ist der Ansicht, daß selbstverständlich außerordentlich viel im Kartell und in den einzelnen Verbindungen verbesserungsiähig ist, daß aber im Verhältnis zu der durch den Krieg veranlaßten

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