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Der jüdische Student · 1919-10-01 · Heft 6 (Oktober 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 6 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Die Ringbildung 249 ressorts und der der Turnerschaft, sondern auch aus den Aeußerungen verschiedener Bundesbrüder entnehmen können, vorzuliegen. Amtliche Eigenschaften verlangen wir von Bundesbrüdern, die wir zur Arbeit heranziehen wollen, nicht unter allen Umständen, Nebenregierungen sind uns unbekannt, da wir weder * wissen, was, {noch neben wem sie regieren sollen; ebenso weisen wir im Interesse der beteiligten Bundesbrüder die Bezeichnung „offiziöse Geheimberichterstatter" zurück; alle unsere Verhandlungen werden in voller Oeffentlichkeit geführt, wir haben uns bisher noch nicht auf Informationen berufen, die wir nachher anderen nicht zur Verfügung stellen wollen. Daß wir nicht nur mit den Mitgliedern des auswärtigen Präsidiums, sondern auch mit anderen Bundesbrüdern möglichst enge Fühlung halten, entspricht oft geäußerten Wünschen der Bundesbrüder aus der Provinz. Ihr werdet uns das wohl nicht verbieten wollen. Wir hätten uns gefreut, wenn auch die „Zephirah" sich diese unmittelbare Fühlung mit uns bewahrt und uns nicht durch1 Uebergehung des Präsidiums gezwungen hätte, einzelstehende Bundesbrüder stärker als die Leitung der Verbindung für die Beziehungen zum Kartell und zum Präsidium in Anspruch zu nehmen. Wir wären Euch dankbar, wenn Ihr nicht jeden unserer Schritte auf die Möglichkeit einer beabsichtigten Kränkung zunächst ansehen würdet. Der gereizte Ton Eurer Antworten macht es uns manchmal schwer, Euch, wie bisher, mit der Ruhe zu antworten, die wir auch' für unsere Auseinandersetzungen zu bewahren wünschen. Aus diesem Wunsche heraus verzichten wir auch heute wieder darauf, Euch die Verstöße Eures hier beantworteten Briefes gegen die Prinzipien nachzuweisen, die Ihr nach Eurer Angabe mit besonderer Wärme vertretet. . . . Der erwähnte Konvent des V. J. St. Berlin befürwortete, zum großen Teil mit den Stimmen von Zwirn zusammenberufener Alter Herren, die Ringbildung. Die Mehrheit der Aktivitas stimmte gegen den Breslauer Beschluß. Anhaltspunkte für die Meinung des Kartells ergeben die am Schluß zusammengestellten Abstimmungsergebnisse, die bisher vorliegen. -Die Ringbildner geben ihre Anhängerschaft auf 120 Bundesbrüder an. Berücksichtigt man die geschilderte Art der Agitation, bedenkt man, daß sie Eindruck macht zum großen Teil nur auf Bundesbrüder, die dem Leben des Kartells fernstehen, überlegt man, daß hiernach nur einganz geringer Teil der Aktivitas hinter den Ringbestrebungen stehen kann, so wird man den Wert dieser Zahl, die noch nicht den 12. Teil des Kartells ausmacht, richtig schätzen können. Wir haben außerdem Grund zu der Annahme, daß ein Teil der Bundesbrüder, die sich jetzt für Ringbildung ausgesprochen haben, ihre Stellung noch nicht als endgültig festgelegt ansehen wird, wenn sie die Argumente des Gegenteils kennen gelernt haben. Folgende Gründe werden für die Bestrebungen der Ringanhänger angeführt: Die Ergebnisse unserer Keilarbeit entsprächen nicht den Erwartungen. Hier brauchen wir nur auf den im letzten J. St. erschienenen Keilbericht zu verweisen, der — in Unkenntnis der Ringaktion und ohne Rücksicht auf sie geschrieben — besser als alles andere die Argumentationen der Ringanhänger widerlegt. Die Schwierigkeiten, die unserer Arbeit entgegenstanden, sind dort nicht einmal so eingehend gewürdigt worden, wie es nötig wäre: der zerrüttete Zustand des Kartells nach dem Kriege, die Ueberfülle des K. C. an arbeitsfähigen, im Kriege gewonnenen Aktiven. Wir glauben unter den gegebenen Verhältnissen zwar nicht das Aeußerste, aber einigermaßen Erhebliches geleistet zu haben. Ob wir für eine bedeutend größere Zahl von Füxen überhaupt aufnahmefähig gewesen wären, kann fraglich sein. Nirgends ist bisher gezeigt worden, daß die Ringbildung unsere Arbeit in diesem Punkte erleichtert hätte. Gerade in Breslau, wo ja nach Aussage der Ring-

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