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Der jüdische Student · 1919-10-01 · Heft 6 (Oktober 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 6 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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246 Die Ringbildung Die Auffassung der Breslauer von Disziplin und bundesbrüderlichen^ Wohlwollen wird dadurch illustriert, daß sie in dieser Angelegenheit einen? Ehrenrat wegen Unbundesbrüderlichkeit einberiefen, nicht etwa gegen» Petzall, sondern gegen den Bundesbruder, der in klarer Erkenntnis seiner Pflicht dem Verlangen des Präsidiums nachkam und den Brief zur Verfügung stellte! Eine eingehende Diskussion, wie sie ein Beschluß von solcher Tragweite doch erfordert hätte, wurde nicht nur für die Zephirah, sondern^ vor allem 'auch für die anderen Verbindungen durch die Abreise der meisten Bundesbrüder in ihre Heimatsorte verhindert. Diese bisher nicht üblich gewesene Art des Vorgehens erfolgte ohne Verständigung' des Präsidiums, das später als die anderen Kartellorganisationen, nach einer Mitteilung der Zephirah vom 2. August vermutlich infolge eines Versehens, von tdem ohne Gründe mitgeteilten Beschluß der Zephirah Kenntnis erhielt. Das Präsidium bemühte sich sofort um eine Aussprache mit der Zephirah. Auf wiederholte, zuletzt telegraphische Mahnungen, wurde uns mitgeteilt, daß ein Konvent der Ferien wegen nicht möglich sei* wohl aber war es möglich, daß mehrere Vertreter der Zephirah zu einem Konvent des V. J. St. Berlin entsandt wurden, auf dem über den Breslauer Vorschlag Beschluß gefaßt werden sollte; es war auch möglich, daß die Breslauer jeder Verbindung — aber nicht dem Präsidium — das. Angebot machten, zu den entsprechenden Besprechungen Vertreter zu entsenden. Auf dem Konvent des V. J. St. Berlin wurden unsere Schilderungen über den Zustand des Kartells von Fritz Glaser und Max Freundlich damit angezweifelt, daß ihnen entgegengesetzt lautende Informationen zugegangen seien. Auf eine Anfrage in der Diskussion wies Glaser auf eine vor ihm liegende Mappe und erklärte, sein Material stehe uns zur Verfügung. Als die Bundesbrüder keine Gelegenheit nahmen,, mit dem Präsidium in Fühlung zu treten, baten wir sie schriftlich um Mitteilung der Informationen. JWir erhielten folgende Antworten.*) J.-Nr. 2910. Breslau, den 1. September. Die von mir beim Konvent des V. J. St. Berlin erwähnten Berichte einzelner Bundesbrüder aus verschiedenen Verbindungen hatte ich dorthin' mitgebracht, um sie auf Verlangen gegebenenfalls zu verlesen. Es handelte sich um eine größere Anzahl von Privatbriefen, die verschiedenen Bundesbrüdern in Breslau zugegangen sind. Ich bin nicht in der Lage und hatte auch nie die Absicht, diese Briefe dem Präsidium als Material zur Verfügung zu stellen. gez Ffitz Qlaser> J.-Nr. 2909. Charlottenburg, den 3. September 19. Es ist mir leider nicht möglich, den von Euch im Briefe vom 25. 8. 1919 geäußerten Wunsch zu erfüllen. Die fraglichen Nachrichten sind mir teils in Unterhaltungen, teils* durch an mich oder an andere Bundesbrüder gerichtete Schreiben zuteil geworden. Selbst die an mich gerichteten Briefe habe ich, nachdem ich sie beantwortet habe, größtenteils vernichtet. Die von Euch gewünschte abschriftliche Mitteilung ist also in der übergroßen Zahl der Fälle gar nicht möglich. Im übrigen halte ich es auch nicht für zulässig, private Aeußerungen,. die dem Freunde gemacht worden sind, Dritten zu überlassen. Es ist nicht jedermanns Sache, sich in den manchmal nicht sehr erfreulichen Kampf der Meinungen im Kartell verwickelt zu sehen, und es ist jedenfalls das Recht eines jeden, selbst darüber zu entscheiden, ob er in diesen, Kampf eingreifen will oder nicht. gez Freundlich. Man hatte offenbar vergessen, daß nicht wir es waren, die diese Informationen zum Gegenstand der Debatte gemacht hatten. *j Vergl. unseren Hinweis auf die von den Ringanhängern besonders gerügten politischen Methoden.

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