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Der jüdische Student · 1919-10-01 · Heft 6 (Oktober 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 6 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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244 Die Ringbildung Die Ringbildung In Uebereinstimmung mit mannigfachen Wünschen von Bundesbrüdern geben wir dem Kartell eine zusammenfassende Darstellung der Ringfrage. Wir gehen auf alle von den Anhängern der Ringbildung vorgebrachten Argumente ein. Außerdem ist als Anlage ein Rundschreiben des V. J. St. Berlin und der V. J. St. Zephirah, abgedruckt, das zur Begründung der Ringbestrebungen versandt worden ist. Auf ein bereits früher im J. St. abgedrucktes Rundschreiben der V. J. St. Zephirah verweisen wir, ebenso auf den in diesem Heft enthaltenen Aufsatz von Bbr. Markiewitz. Auch die Ansichten der Ringanhänger können also voll gewürdigt werden. Weiteres sachliche Material liegt bis zur Abfassung dieser Darstellung nicht vor. I. Wir halten es für .unsere Pflicht, dem Kartell die Geschichte der Breslauer Ringbildungsaktion darzulegen,# weil sie auch für die sachliche Wertung von ausschlaggebender Bedeutung ist. Den Mittelpunkt des Programms, auf welches das Präsidium vom Kartelltag gewählt wurde, bildete die Einheit des Kartells. Die Gegner •des Präsidiums verweigerten zwar ihre Mitarbeit, erklärten aber ausdrücklich, daß sie den Versuch, das Kartell wieder einheitlich aufzubauen, nicht stören, sondern dem Präsidium bis zum nächsten Kartelltag Gelegenheit zur Arbeit in diesem Sinne geben würden. Im gleichen Sinne war eine Aeußerung von Lachmann im J. St. gehalten.*) Der V. J. St. "Berlin wehrte sich kurz nach dem Kartelltag mit großer Energie gegen die von Mitgliedern des Präsidiums ausgesprochene Vermutung, daß er die einheitlich gerichtete Kartellarbeit nicht unterstützen und eine Sonderstellung einnehmen wolle. Diese Differenzen führten nach mancherlei Diskussionen schließlich zu einer Besprechung von Vertretern des V. J. St. Berlin mit Vertretern des Präsidiums, in der unter allseitiger Uebereinstimmung festgestellt wurde, daß auch der V. J. St. Berlin an der Arbeit des Kartells in dem vom Kartelltag gebilligten Sinne teilnehmen wolle und in der gemeinsam ein Arbeitsprogramm festgelegt wurde. Unter diesen Voraussetzungen begännen wir unsere Arbeit. Den Zustand und die Entwicklung des Kartells nach dem Kartelltag schildern wir an der Stelle, wo wir auf die entsprechende Behauptung der Ring- *) Vergl. J.St. 16. Jahrgg., Heft 3, Seite 89 ff., insbesondere: „Wir mußten denen, die diese Entwicklung bewußt anstreben und denen, die sagen: tolerari posse, die Verantwortung ganz allein aufbürden. Sie sollen am Steuerruder stehen und sehen, wohin die Reise geht, und, selber durch eigene Erfahrung klug geworden, Kehrt machen. Wir würden uns am K. I. V. versündigen, wenn wir mit verdoppelter Kraft und verminderter Zahl eine Arbeit leisten würden, deren Unentbehrlichkeit, weil sie eben doch noch geschieht, nicht eingesehen wird. Unser Handeln besteht somit darin, so schmerzlich es uns auch ist, die Leitung der anderen Richtung zu überlassen."

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