Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 5 (August 1919)
- Date
- 1919-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3537599-3537737-3537742--4646-3542401- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
222 Aus den Verbindungen Die V. J St. Bar Kochba gab bis zum 24. Juni unbedingte S rfisfaction. Laut B. C. - Beschluß von diesem Tage fugt sie sich aus Disdplingrunden dem Kartelltags - Beschluß und verbietet ihren Angehörigen die Satisfaction. Wenn wir einen Ueberblick über den bisherigen Verlauf des Semesters halten, so können wir mit Befriedigung festßtellen, daß bei uns fleißig gearbeitet wo den ist und wir durch nette Geselligk-it das Gefühl wahrer Bundesbrüderlichkeit bei allen Angehörigen unserer Verbindung gefestigt haben. In den A. C. wurden reeipiert: stud. med. Ernst Israel_aus Neumarkt (Wpr.) stud. med Franz Preiß aus Kattowitz stud med. Werner R e h f i s c h aus Hamburg stud. med. Leo Winter aus Dresden cand iur. Lippmann aus Leipzig als O. V. G. stud iur. Loebenstein aus Sontra b. Kassel cand. med. M e i s e 1 aus Littauen ^,als O. V. G. In den B. C. wurden reeipiert die Füxe Haase, Nußbaum, Markel, Steinberg. Am 1. Juli bestanden ihr Burschenexamen Falk, Loeb, Neuhaus, Simon, Valk. Das Austrittsgesuch des Fuxen Cohen wurde genehmigt. Die Füxe Dill enberg und Gordon wurden als unbrauchbar abgegeben, Haase bestand sein Referendarexamen mit dem Prädikat „gut". 2. Juli Herbert Pogorschelsky V. J. St. Maccabaea, Rostock Bei der Gründung der Verbindung standen wir großen Schwierigkeiten gegenüber, in Rostock gibt es keinen ansässigen Alten Herrn, und auch sonst fehlte es an jedem jüdischen Resonanzboden, da die Rostocker Juden durchaus assimiliert sind. Erschwerend kam der Umstand hinzu, daß die dortge K. C-Verbindung Hansea übermächtig war, ferner die geringe Zahl älterer Bundesbruder gegenübe' ve hältnismäßig vielen Füxen Alle diese Schwierigkeiten mach en s ch auch besonders in der Kei arbe t geltend. Die Leitung hatte i. a. B. Beer; i. a. B Sega 11 war Fuxmajör und gab Fuxenunterricht. In jüdischer Beziehung gelang es uns, bald einigermaßen in Gang zu kommen, wozu außer den Fuxenstu den Segalls besonders die Referate unseres A. H. Rubensohn aus Schwerin beitrugen. Auch die Fuxen- Prüfungen am Ende des Semes:ers bestätigten dies. Weniger erf euli h war das persönliche Verhältnis der Bundesbrüder zu einander. Erst in der letzten Hälfte des Semesters trat hierin eine bedeutende Be se ung ein. Was unsere körperliche Betätigung anbetrifft, so wurde gewandert, gerudert und gesegelt. Besundeis das Segeln entwicke te s ch zu unserem Speziaisport in Rostock. Das Verhältnis zum K. C. war formell gut, da wir durch den äußerst st« ken Antisemitismus gezwun en waren, öfter zusammen zu gfehen Bei den Wahlen zum Studentenausschuß fielen unsere gemeinsamen Kandidaten durch. Alles in Allem konnte man am Schlüsse mit dem Erfolg des Semesters zufrieden sein.