Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 5 (August 1919)
- Date
- 1919-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus den Verbindungen 221 'gesagt, die offizielle Aktion der Wiedervereinigung beider Korporationen nur ein auslösendes Moment, das die schon vorhandene Entwicklung der 'Einzejnen nur beschleunigte. Die Widerstnäde, die von den Extremisten von rechts und links sich ergaben, wurden von der leidenschaftlichen Erkenntnis dessen, was not tat, hinweggefegt. Und so 'kam man schon damals, noch ehe vom Präsidium die gleiche Parole ausgegeben wurde, In Frankfurt zu der Forderung: wer nicht für mich ist, ist wider mich. Es zeigte .'sich jedoch, daß die Politik der neuen Saronia durchaus gee'gnet war, auch die radikalsten Elemente, mit verschwindenden Ausnahmen, zufrieden zu stellen. So konnte das Sommersemester Mitte Mai recht eigentlich unter günstigen Auspizien begonnen werden und hat auch das gehalten, was die, •welche zur Einigung rieten, von ihm erwarteten. Freudige Einordnung?n die Gemeinschaft nach innen erfolgreiche Arbeit nach außen. Bruno Ostrowski V. J St. Bar Kochba, Göttingen Wir eröffneten das Semester am 5. Mai 27 Mann stark. Die Verbindung besteht aus 3 Alten Herren, 3 Inaktiven, 6 Burschen und 15 Füxen. Die Chargen wähl hatte folgendes Ergebnis: cand. med. Robert Katz * cand. iur. Martin Gottgetreu ** F. M. ' stud. med. Herbert Pogorschelskv *** S. W. Zum Kassenwart wurde gewählt: stud. med. Werner R e h f i s c h , Ehrenrat: Dr. Mar cy nski, cand. med. Israel, cand. med. Lew in Wissenschaftliche Kommission: Dr. P e y s e r, cand. iur. Becker, cand. rer. agr. Eichenberg, cand. med.' Katz. Besondere Sorgfalt verwandten wir auf die gründliche Ausgestaltung -des Fuxenunterrichtes als der wichtigsten Verbindungsarbeit. Wir zerlegten die Fuxenstunden in mehrere Spezialgebiete, in denen die Bundesbrüder, die den Fuxenunterricht gaben, besondere Kenntnisse hatten. Dr. Peyser sprach über „Assimilation" (4 Doppelstunden), Pogorschelsky über „Die soziale Lage der Juden mit besonderer Berücksichtigung des Antisemitismus" (5 Stunden), Becker über „Renaissance des Judentums" (4 Stunden), Katz über „Geschichte des Zionismus" (3 Stunden) und „Palästinakunde" (3 Stunden) Wir richteten drei Kurse für Hebräisch ein: Für Anfänger, Nußbaum (2 Std. wöchentlich), für Fortgeschrittene: I. und IL je 1V2 Std. bei Frau Dr. Peyser. Außerdem gab es eine philosophische Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von A. H. Dr. Marcynski im Anschluß an das Colleg *on Prof. Katz. „Einführung in die Philosophie". Daneben bestand ein Geschichtskurs unter Leitung von P r e i ß. Außerdem besuchten unsere Füchse zwei Kollegs von Prof. Berthplet: „Geschiente des Judentums zur Zeit Jesu" und „Geschichte der messianischen Erwartungen". Erziehungsfuxenstunde gab Bbr. Gottgetreu. — Großen Wert legten wir auf Turnen und Sport. Häufige Sonntagswanderungen führten uns in die schöne Umgegend Göttingens. Auch die Geselligkeit kam neben ernster Arbeit nicht zu kijrz. Wir veranstalteten, um unsere sehr gute gesellschaftliche Stellung zu befestigen, mehrere gesellige Veranstaltungen mit Damen, deren Krönung das Sommerfest am 15. Juli bilden wird.