Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 5 (August 1919)
- Date
- 1919-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537737-3537742--4626-3542381- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
202 Vom Präsidium teri Marburgs ans Leben zu rufen und dabei selbst verständlich durch solche Bestimmungen wie die im Rundschreiben vom 22. Juli nicht eingeschränkt vsein^ann. v _v .. - \ 3« Antwort der V. J. St. Bar Kochba in Gottingen (Robert Katz) vom 25-Juli In eurem Rundsehreiben vom 22. Juli 1919 ^schreibt ihr für uns als Richtlinien für unser Verhalten, daß an ein Zusammengehen mit dem K. C. nicht mehr zu denken ist. Ich möchte euch nun einmal unser Verhältnis zur hiesigen K- C.-Verbindung etwas schildern. Ende Januar dieses Jahres wurde hier etwa gleichzeitig die „Ve~ surgia" und die „Bar Kochba" aufgemacht. Aeußeriich war das Verhältnis gut, sogar recht gut; zu Beginn des Zwischensemesters doch begann bald eine energische Kampfstellung von Seiten des K. C. gegen uns, die sich vor allem auf gesellschaftlichem Gebiet äußerte, eine Folge unserer guten Keilerfolge. - Es wurde zu Beginn des Zwisehensemestefs gemeinsam hier eine Freie Vereinigung sämtlicher jüdischen Akademiker gegründet zur Wahrung der jüdischen Interessen nach außen. Dir K. C nahm dann immer mehr eine Einstellung an, aus der er uns an die Wand zu drücken suchte und darauf sann, wie er uns „eins auswischen" könne. Die hiesige jüdische Gesellschaft, die er völlig in Händen hatte, nahm er in unerhörter Weise gegen uns ein und stellte uns als gesellschaftlich minderwertig hin. Die Animosität der Bürgerschaft gegen uns, die auf Grund ihres Antiziönismus bestand, suchte er in jeder Beziehung auszunützen. So kam er denn eines Tages plötzlich mit einer Aktion heraus, die geradezu eine Brüskierung unserer V.J.St. bedeutete: er eröffnete nämlich den Damen der hiesigen Khille, daß sie nicht mehr zu uns kommen dürften, wenn sie noch weiteren Wert darauf legten, beim K- C. eingeladen zu werden. Er nützte also seine besseren Beziehungen aus,, um uns gesellschaftlich „tot." zu machen — und unser Ansehen hier ist von ziemlicher Bedeutung für unsere Keilerfolge. Außerdem suchte er uns in der .^Freien Vereinigung*' zu majorisieren. Wir traten darauf zunächst mit einer Resolution, die ein ferneres persönliches Zusammenarbeiten mit dem K» C. ablehnte, aus der Vereinigung aus; lehnten ferner strikte jeden Verkehr mit den Familien ab, die sich dem Druck des K. C. fügten. Es kam jedoch so, daß ein großer Teil der jungen Mädchen weiter zu uns hielt und sich auch von den Eltern nicht zwingen ließ, zum K. C. zu gehen. Die Trennung war jedoch vollkommen und unsere Damen sind inzwischen größtenteils Zionistinnen geworden, wenngleich dem wohl nicht allzu viel Wert beizumessen ist« In diesem Semester, dem S. S., ist der K- C. hier völlig anders besetzt und man hat die Torheit des Benehmens eingesehen, zumal die hiesige Gesellschaft allmählich dahinter kam, welche Frechheit in dem Verhalten des K. C lag* Wir, die die ganze Angelegenheit als sehr nebensächlich behandelten, haben uns durch verschiedene gute Vorträge und geschickte Diskussionen, in denen wir immer den K. C. schlugen, ziemliches Ansehen errungen. Nun. hat unser verschiedentliches Auftreten im Jugendverein