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Der jüdische Student · 1919-08-01 · Heft 5 (August 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 5 (August 1919)
Date
1919-08-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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Vom Präsidium 203 usw. in die Reihen der K. C. er eirle Spaltung getragen insofern, als eine Reihe K. C. er, und wohl die Wertvollsten, uns offen erklären» sie seien Nationahuden. Außerdem führen wir mit dem Ersten und Zweiten Chargierten des K. C. auf deren Veranlassung Tendenzgespräche, die von unserer Seite Keilcharakter haben- Es wird ims versichert daß es eine ganze Reihe. Bundesbrüder unter ihnen gäbe, die ebenfalls Nationaljttdeii seien. Leider ist das Semester jetzt zu Ende; Ich würde mir von einer systematischen Beeinflussung manches versprechen, zumal es im K. C* überall jetzt eine „tendenzlerische neue Richtung44 geben soll, die gegen Couleur und gegen Corriment ist. Ich halte es für möglich, in den K. C» einen Keil zu treiben, der für ihn schwer zu verdauen wäre. Ihr werdet vielleicht verstehen, daß man in einer kleinen St^dt wie Göttingen die K. C-er nicht ignorieren 'kann, sondern' daß man bei allen Gelegenheiten zusammen kommt, wenn auch nur in irgendwelchen Familien. Der hier zurzeit herrschende unglaubliche Antisemitismus, der direkt als Progromstimmung zu bezeichnen ist und den ganzen Assimilanten furchtbare Angst einjagt macht gemeinsame Abwehrmaßnahmen nötig, z. B. Straßenpatrouillen zum Abreißen 4er übelsten Plakate, die zu vielen Hunderten jede Nacht hier angeklebt werden, usw. Die obenerwähnte Freie Vereinigung jüdischer Akademiker ist natürlich ohne unser Mittun; völlig bedeutungslos»; und so ist vor vierzehn Tagen eine-Aussprache von seren der K. C.-er mit uns angeregt über die Gründe, die iins zum Abbrechen der offiziellen Beziehungen veranlaßt hatten. Wir haben von dem K. C. eine offizielle Mißbilligung seines damaligen Verhaltens bekommen und nun die Beziehungen wieder aufgenommen« Die K. C.-er erzählen jedem der es hören will, daß sie uns verkannt hätten, daß wir „ganz hervorragende Menschen seien44 und daß sie ,uns fortan als Brüder betrachten wollen*', was wir ja doch seien. Ich sehe hierin nicht so sehr ein Angstprodukt vor den Aeußerungen des Antisemitismus* als vielmehr den Ausfluß' der national-jüdischen Stimmung, die zweifellos vorhanden ist. 4. Antwortschreiben des Präsidiums an Jacob Jacobson und Robert Katz Wir erhielten Dein Schreiben, welches zu unserem Rundschreiben vom 22. 7., betreffend die Wahlen zu den Studentenparlamenten, Stellung nimmt. Wir erwidern Dir, daß wir prinzipiell auf dem in jenem Rundschreiben dargelegten Standpunkt beharren. Wie aber bei Euch nach Deiner Schilderung die Verhältnisse liegen, haben wir nichts dagegen, daß Ihr versucht, mit dem K. C. gemeinsam vorzugehen. Jedoch .raten wir Euch nochmals dringend zur Vorsicht, damit sich nicht ein Fall wie der in Königsberg wiederholt, über welchen in einer der * letzten Nummern der „Jüdischen Rundschau44 berichtet worden ist.' Selbstverständlich ist, daß Ihr auch bei einer Zusammenarbeit mit dem K.C. nicht darauf verzichten dürft, unsere national-jüdische Tendenz, nach außen hin unzweideutig zum Ausdruck zu bringeiK ~ ":" ~' " ' ~ , r~""

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