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Der jüdische Student · 1919-08-01 · Heft 5 (August 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 5 (August 1919)
Date
1919-08-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Stein, „Grundlagen und Ausblicke" 195 f unfctiöüärs frei, gewählt, ihre Handlungen freier und ständiger Kritik ausgesetzt, sie selbst jederzeit absetzbar $ind and alle ihre Handlungen auf Beschlüssen der Geführten beruhen Soweit es gelungen ist, die älteren Generationen dem Zionismus ernsthaft zu gewinnen, entsprechen sie den Anforderungen^ die wir durchschnittlich an Zionismen zu stellen gewöhnt sind gerade im Hinblick auf ihre Disziplin, und man kann ihnen in dieser Beziehung nicht die generellen Vorwürfe inachen, die man gegen den von Kupferberg vertretenen Kreis täglich erheben kann. Gerade in diesem. Kreise, der sich übrigens nicht mit dem Hechawer-Berln deckt, sondern darüber hinaus eine Anzahl Buhdesbrüder umfaßt, wird mit dem Begriff der „Selbstbestimmung" und „der freien Betätigung" gespielt, und es wäre ein Leichtes, nachzuweisen, daß dort die Geister des Ghettos 'undder Assimilation, unbekümmert um alle hebräischen Sprachstunden und um Palästinaziele, fortwirken. Gerade die Vorbedingung des Zionismus, die Umbildung der Menschen, fehlt bei den Jungen. Wie bei den Juden der liberalen Assimilation herrscht dort der Individualismus, den zu beseitigen höchstes Ziel der — nach Kupferberg individualistischen — älteren Generation, und in beschränktem Umfange ihr bester Erfolg gewesen ist. Der Individualismus ist in den jüngsten Generationen, weil diesen die Erziehung durch die älteren — angeblich individualistisch Gerichteten — infolge der Kriegszustände fehlte und weil die allgemeine Weltstimmung imd Hysterie diese Entwicklung begünstigten, zu neuer Blüte gelangt Gerade die Beseitigung dieses wieder hervorbrechenden Individualismus steht im Brennpunkt desKampfes zwischen der alten und der jungen Generation. Dabei sind die Fronten genau umgekehrt, als Kupferberg es annimmt. Mit der von Kupferberg den Jungen angedichteten Einordnung verträgt es sich auch kaum, wenn er sagt, die Ergebnisse der Erziehung in den nationaljüdischen Organisationen, am augenfälligsten im Blau-Weiß, hätten bewiesen, daß bewußte Juden auch „ohne Vertiefung in das Schrifttum und ohne Wissen um die Kulturgüter der Ahnen" auskämen. Eine Feststellung, die mir übrigens nicht ganz in Einklang zu stehen scheint mit der Behauptung, die junge Generation, als die Spitze der Pyramide in der zionistischen Entwicklung und als die Verkörperung aller drei Epochen, also auch der jüdisch-kulturellen, pflege und bilde die jüdischen Kulturwerte. Oder sollte dem jüdischen Kulturbedürfnisse der Jungen Genüge geschehen sein, wentt sie sich mit ihren eigenen Kulturerzeugnissen befassen? Mit Entrüstung aber müssen wir die Behauptung KuptefberRS zurückweisen, der Krieg, der Militärdienst hätte auch die eigenwilligsten Querköpfe (scilicet: der älteren Generationen), auch die andividuälistischen Zionisten äußerlich uniformiert* innerlich zu Ka- #ieradschattsgefühlen erzogen. „Das Gleichmaß soldatischer Disziplin^ die Gemeinsamkeit von Freud und Leid drängte den Men-

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