Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 5 (August 1919)
- Date
- 1919-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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190 S., Austrittsgesuch Deutlichkeit machen kann. Und in den Bezirksverbänden der Alp. ten Herren wird deshalb dieser Gegensatz verschwinden und dafür werden — hoffentlich! — andere fruchtbare Gegensätze hervortreten. Und auch sie werden der Einheit des Kartells nicht scRaden, sondern nur nutzen, wenn anders der Begriff der Einheit, wie ich ihn zu schildern versucht habe, allen zu eigen geworden, wenn jeder von dem Primat des Zionismus durchdrungen ist. Mittel und Wege sind leicht zu finden, aus der Idee ergeben sieh Programme, und ich kann euch hier Ernst Simons Worte im letzten J. St. nicht eindringlich genug empfehlen. Denn gerade in der heutigen Zeit mahnt uns die Idee, die uns erfüllt, den Streit und all die Kleinlichkeiten zu lassen und uns ganz dem hinzugeben, was der gegenwärtige Augenblick von uns erfordert: der Arbeit! B res lau; 30. Juli' Walter Deutschmann Ein Austrittsgesuch Dem P r ä s i d i um des K.J. V. & Berlin W. 35, Kurfürstenstraße 150. Geschehnisse aus der letzten Zeit veranlassen mich, sihon jetzt, meinen Austritt aus dem Kartell zu erklären. Es handelt sich um folgendes: Ich hatte cern jetzt ausgetretenen Bbr. Ii. gegenüber vor seinem Austritt im Beisein meiner Schwester Aeußerungen über die entschiedene Untaugiichke:i des Bbi. P für das K-J. V. mit Bezug auf sein Verhalten in jüdischen Dingen getan. Ich gab auf einem einige Wochen^ später angesetzten Konvent die j.Unbundesbrädeiiich'keit" meiner Handlung zu, was ich durchaus aufrecht erhalte, ließ'mich aber zu Zugeständnissen bestimmen, die ich nicht gelten lassen kann. Ich hatte mich nämlich bereit erklärt, nicht allein die Keilarbeit der anderen nicht zu stören, sondern sogar selbst nach Kräften mitzukeilen, wobei mir die selbstverständliche Vergünstigung gewährt wurde, daß ich nicht zum Keilen solcher Leute vorgeschickt würde, deren Eintritt ins Kartell ich als eine Gefahr ansehen müßie Nach reiflicher Ueberlegung kann ich dies Zugeständnis nicht aufrecht erhalten. Ich lehne jedes „Keilen'* ab — zumal das mit unlauteren Mitteln (Betrunkenmachen von Keilfüchsen Imponieren mit Bierzipfeln usw.) — weil ich der Kraft unserer Idee vertraue, daß sie uns die allein tauglichen Menschen zuführen wird. Ich kann dem Argument, das gern hiergegen angeführt wird, daß aer K. G. uns die besten Kräfte entführen könnte, keine Durchschlagskraft zuerkennen. Ich halte meine bereits auf dem Konvent geäußerte Meinung, ein geistiger Mensch könne es unmöglich länger als zwei Semester im besagten Verband aushalten, rrfüsse vielmehr spätestens dann ausgetreten sein, aufrecht. Auch unter der Gefahr, die Bundesbrüder zu verletzen, die selber nur durch Zufälligkeiten vom Eintritt in den K. C. abgehalten wurden oder die die typisch ungeistige „Amüsement-" und .,Comment"* Einstellung des K- C. als wenn auch nuf-lii irgend einem Sinne auch für uns berechtigt ansehen.