Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Vom Präsidium /Kartelltag 230 neue Füxe. Das ist kein zu schlechtes (Ergebnis, wenn es nur gelingt, alle neuen Füxe auch mit dem richtigen zionistischen Geist zu erfüllen. Dann werden wir in zwei bis drei Semestern auch über den jetzigen Mangel an aktivem Burschen hinweg sein,, unter dem jetzt die ganze Arbeit in den Korporationen leidet. Das Ueberweisungsressort hatte wieder eine schwere Arbeit zu leisten. Mit den wenigen zur Verfügung stehenden Aktiven sollten die vielen Korporationen versorgt werden; nicht alle konnten genügend bedacht werden, zumal wir erst kurz vor dem Kartelltag mehrere neue Verbindungen (Würzburg, Münster, Göttingen) aufgemacht^liattem Und außerdem trat die dringende Forderung von Neugründungen an dasi Präsidium heran. Wir mußten sofort bei Eröffnung der Universität Hamburg dort eine V.J.St. begründen, und es scheint uns dort tatsächlich bisher gelungen zu sein, die Vorhand vor dem K. C. zu behalten. Ebenso werden wir in Köln, wo eine neue Universität errichtet wird, sofort eine Korporation aufmachen müssen. An neuen Gründungen innerhalb des K. J. V. seien hier auch zwei Frauenorganisationen genannt. Zunächst hat sich in Berlin ein „Frauenbund des K.jf.V." gebildet, der die Frauen der Berliner Bundesbrüder umfaßt und um dessen Zustandekommen sich besonders Frau Kirschner verdient ge^ macht hat. Der Frauenbund veranstaltet Kurse und er bemüht sich, unsere Frauen in die soziale Arbeit einzuführen. Sodann ist auch der Jüdische Studentinnenverein in Berlin mit dem K. J.V. in Verbindung getreten. Dieser Verein besteht schon seit einigen Jahren, hat aber in der letzten Zeit ein stilles Dasein geführt. Wir hoffen, daß er infolge der engeren Verbindung mit uns neu erblühen wird. Von unseren Beziehungen zu den anderen Organisationenist zu erwähnen, daß unser Verhältnis zur Jüdischen Turnerschaft, die völlig neu reorganisiert werden muß, immer enger und hoffentlich fruchtbarer wird. Der Sport-V. J. St. in Berlin arbeitet eng zusammen mit der Sportabteilung des Bn. Kochba, der Ruder-V. J. St. mit der Joria, und unser Keilressort hat gemeinsam mit der Jüdischen Turnerschaft die beiden Werbehefte „Jüdische Jugend" herausgegeben. Zum Bund Jüdischer Akademiker, der Organi^ sation des gesetzestreuen Studenten, mit der wir seit einem alten, bei uns längst vergessenen Stunk keine Beziehung gen mehr hatten, ist die Herstellung eines besseren Verhältnisses angebahnt. Je mehr unsere Organisation und ihr Aufgabenkreis wächst, um so größer ist unser Finanzbedarf. Ein leidiges Kapitel. Wir werden daran gehen müssen, die Selbstbesteuerung einzuführen und die Beiträge nach , dem Einkommen abzustufen.