Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1919-06-01 · Heft 4 (Juni 1919) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 4 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3537599-3537737-3537741--4574-3542328
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Vom Präsidium 15t Büroieiter angestellt; Ist schon das Funktionieren des Büros ein besserer Zusammenhang zwischen dem' Präsidium und den Kartellorganisationen herbeigeführt, so ist dieser noch wesentlich gefördert durch die Reisen einzelner Präsidiumsmitglieder, vor allem Blumenfelds. Blumenfeld hat bereits eine große Anzahl der Korporationen besucht; und wenn der-Erfolg dieser Besuche auch nicht überschätzt werden soll, so zeigen doch die Berichte aus den betreffenden Korporationen, * daß es ihm im allgemeinen gelungen ist, die Kartellfreudigkeit zu erhöhen und die Einheitlichkeit des Kartells zu fördern. Aber es ist angesichts der auf dem -Kartelltage zum Ausdruck gekommenen tiefgehenden Differenzen selbstverständlich, daß nicht überall sofort ein durchschlagender Erfolg erzielt werden kann. Und so soll hier klar zum Ausdruck gebracht werden, daß die vom Präsidium erstrebte Vereinheitlichung des Kartells noch nicht gelungen ist. Das Präsidium hat es an Versuchen, alle Kreise der Bundesbrüder zur Arbeit heranzuziehen, nicht fehlen lassen. Insbesondere hat es sich nach seiner Konstituierung an Zwirn und seine Anhänger (insbesondere an Ascher) gewandt, um sie zum Eintritt ins Präsidium zu veranlassen. Zwirn und seine engeren Freunde haben jede Mitarbeit abgelehnt; sie halten sich auch vom Altherrenverband und dem Bezirksverband Berlin ostentativ fern. Dagegen ist es gelungen, Zloverts, Kirschner, Leberer und Conrad Kaiser zur Mitarbeit im Altherrenverband bezw. im Bezirksverband heranzuziehen. Auf der andern Seite ist auch das Problem, den Hechawer Kreis in 'das Kartell einzufügen, nocht nicht gelöst. Grade hier kommen nach anfänglichen Erfolgen häufig Rückschläge. Während in Königsberg und Breslau anscheinend eine gewisse Einheitlichkeit herbeigeführt ist, dauert die Krisis in Frankfurt und besonders in Heidelberg noch an. Das Präsidium sieht eine vornehmende Aufgabe darin, auch die jüngeren und jüngsten Bundesbrüder mit wahrem K. J. V.-er Geist zu erfüllen, und es wird sich mit einer bloß Organisatorischen Einfügung des Hechawer Kreises nicht begnügen. Im merhin ist die Kartelleinheit soweit gefestigt daß offensichtliche Separationstendenzen wie zur Zeit des Kartelltages nicht mehr vorhanden sind; auch die V.J. St. in Bonn und der V.J.St Berlin sind heute fest im K.J.V. Die gebesserte Kartellstimmung und die organisatorische Festigung des Kartells kommen auch in den Keilerfolgen zum Ausdruck. Noch wird nicht überall gleich gut gearbeitet; die Korporationen, die an inneren Zwistigkeiten leiden (Frankfurt, Heidelberg), versagen naturgemäß auch bei der Keilarbeit. Noch haben wir den K. C. nicht wieder erreicht. Immerhin haben wir in dem Zwischensemester 150 und seit Beginn dieses Semesters über 80 Aktivmeldungen; also seit dem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.