Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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150 Vom Präsidium genden <neuen Korporationen das retardierende Moment darstellt, das dazu angetan ist, das Gleichgewicht im Kartell herzustellen. < Gerade heute scheint mir diese Aufgabe wichtiger denn je. Gegenüber dem V. J. St. Hechawer, der alle hergebrachten Korporationsformen und Erziehungsmittel über Bord werfen will, gegenüber der V. J. St Maccabaea, die eine Zeitlang wenigstens gewillt schien, sich unter Sprengung des Kartellrahmens einseitigen sozialistischen Tendenzen hinzugeben, ist es die Aufgabe des V. J. St. Berlin, den alten K. J. V.-er Geist zu pflegen, dief Giften Korporationsformen zu bewahren, dite alten Erziehungsmittel anzuwenden. Es versteht sich, daß diese Pflege konservativer Gesinnung nicht zur blinden Ablehnung aller neuen Tendenzen, nicht zur Opposition gegen die fortschrittlichen Korporationen führen fdarf. Jm Gegenteil, der V. J. St. Berlin ,darf sich dem Einfluß der neuen Bestrebungen nicht entziehen. Er; mujß sich dauernd mit ihnen auseinandersetzen. Nicht in der Kritik der andern soll er sich bewähren, sondern in eigener positiver Arbeit. Wenn der V J. St Berlin wirklich ein positiv-jüdisches! Programm-ernsthaft durchführt, wenn er wirklich hebräisch treibt und Bibel liest, dann wird er sich auch bei den anderen Korporationen Respekt verschaffen. Der konservative \Geistdfes V. J. St Berlin darf nicht zum Quietismus {werden. Zufriedenheit mit sich, irftt den eigenen Leistungen ist mit dem Leist einer Jugendgemeinschaft unvereinbar. Sal.Ii Hirsch VOM PRÄSIDIUM Tätigkeitsbericht Wollte das Präsidium einen schön färbenden Bericht erstatten, so könnte es darauf hinweisen, daß es einen erheblichen Teil der Aufgaben, die es sich bei seinem Amtsantritt gestellt hat, erfüllt hat. Wir haben heute ein gut arbeitendes Präsidium. Die vier Kriegsjahre, in denen es ein arbeitsfähiges Präsidium nicht gegeben hatte, hatten die Kartellorganisation fast völlig zerstört; in allen Ressorts mußten die Grundlagen der Organisation neu geschaffen werden; das Material mußte gesammelt, gerichtet und geordnet werden. Bis heute ist es allerdings noch nicht gelungen, ein neues Adressenverzeichnis herauszugeben. Schuld daran ist zum größten Teil die mangelhafte Anteilnahme der Bundesbrüder; nicht die Hälfte hat die dem J. St. beigefügte Kartothekkarte zurückgesandt; aber in einigen Wochen wird auch das Adreßbuch fertiggestellt sein. Um endlich einen geordneten Bürobetrieb durchzuführen, haben wir einen Bundesbruder als