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Der jüdische Student · 1919-06-01 · Heft 4 (Juni 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 4 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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130 Simon, Die innere Krisis handelt sich hier lediglich um die möglichst prägnante Feststellung eines Unterschiedes, der mehr eine Differenzierung der Generationen als eine der Ansichten oder Programme ist. Diese Bundesbrüder haben ihr ungeheures Verdienst um den Zionismus und um die Nationalisierung eben derjenigen, die heute — auf ihren Schulten! stehend — über sie hinausblicken können, leider aber auch manchmal voll unhistorischen Sinns auf sie herabschauen. Die zweite Gruppe sind eben jene Anhänger der ersten, die zwar* offiziell und bewüßt sich nicht allzuweit von dem soeben skizzierten Standpunkt entfernen, in Wahrheit jedoch wirkliche Zionisten sind, die Hebräisch lernen und nach Palästina gehen werden, die sich zu „intensivieren" suchen und trotz aller Außenarbeit bemühen, ein jüdisches Leben zu führen. Eine ganz bewußte und durchdachte Mittelstellung nimmt nun die Gruppe des Ruder- und Sport - V. J. St. ein, die, wie wir zu wissen glauben, auch im Reiche besonders viel Freunde hat Ich werde davon noch des genaueren zu erzählen haben, wenn ich zu den Maßregelnkomme, die mir eine Hilfe und Rettung aus der jetzigen Lage zu bedeuten scheinen. In diesem Zusammenhang möge die Feststellung genügen, daß wir Hebräisch und Keilen, jüdische Erziehung und sportliche Leistung, National judentum und Zionismus zu vereinen suchen, was uns nach beiden Seiten des Kartell^ hin abgrenzt. Denn „links" von uns steht nun die Gruppe der Unkorporativen, der Hechaweriten oder wie all diese wenig schönen Fraktionsnamen lauten mögen. Diese Bundesbrüder sind nur noch Zionisten und müssen erst wieder lernen, Nationaljuden zu sein. Ihre Ge* ringschätzung aller Organisation oder aber — was schlimmer ist und auch vorkommen soll — die Meinung, daß „Betrieb" zwar notwendig sei, aber von „Schlechteren" gemacht werden könne, der geringe Wert, den sie auf die Propaganda legen, $ls dies beweist, daß sie den Begriff des jüdischen Volkes nicht mit dem nötigen Ernste erfaßt haben. Wenn unser Nationalitätsbegriff wirklich eine Tatsache und keine Konstruktion ist, dann kann sich[ niemand durch einen Willensakt oder durch Unterlassung eines solchen außerhalb dieser naturgegebenen Gemeinschaft stellen. Jeder K.C.-er gehört zum jüdischen Volk, ob er es will oder nicht, ob er es anerkennt oder nicht; nur daß er ihm tatsächlich verloren geht, und zwar durch unsere Schuld. Wir keilen nicht für einen Verein, sondern wir führen unserer nationalen Gemeinschaft die verlorenen Söhne wieder zu, wie auch wir selbst dazu gebracht* werden mußten, unser Volk und uns selbst zu er^ kennen. Jeder, der sich Zionist nennt, jeder, der Palästina wieder aufbauen will, muß auch die Nationalisierung des ganzen Volkes wollen, sonst ist er vielleicht ein Edelanarchist

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