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Der jüdische Student · 1919-06-01 · Heft 4 (Juni 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 4 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Zlocisti, Vorbereitung au! Palästina 125 Innerhalb des Aufgaben-Komplexes, der etwa dem deutschen Bezirksarzt gestellt ist. Es fehlt uns die praktische Ausbildung in der öffentlichen Hygiene; wir haben keine Fachleute für die Wasserhygiene. Auch die gerichtliche Medizin ist von uns Juden nie bearbeitet worden. Wenn nun die Stunde kommt, wo man auf den Knopf drückt, wo man jüdische Aerzte haben will, die alle diese Kenntnisse besitzen, da werden wir "aus den jetzt vorhandenen Beständen diese Gruppen von Aerzten nicht stellen können. Ich glaube, daß man gerade auf diesem Kartell« tag, dfcsseri Positives die Fragen der Vorbereitung auf Palästina sind, daß man sich hier den Arzt nicht* als den hiesigen mit einem Schild an der Ecke und mit Nachtglocke vorstellen sollte, sondern als den Vertreter eines Berufsgebiets, auf dem wir noch die Möglichkeit haben, viel zu lernen, auf dem wir uns zu spezialisieren haben. Ich glaube auch, daß für unsere Ingenieure und Architekten der Gesichtspunkt maßgebend sein muß, daß in Palästina neues Land angebaut werden soll und daß ihre bisherige Art der Ausbildung hierauf nicht eingestellt war. Sie sind verpflichtet, nun einmal ihre Wissenschaften unter dem Gesichtspunkte der neuen Aufgaben zu studieren, auf die sie sich bisher nicht vorbereiteten, weil sie einem Juden doch nie übertragen wurden. Dazu gehören der Städtebau, die Entwässerungsfragen, das Eisenbahnbauwesen, die großen Probleme der Drainierung von Ländereien, kurz alle Aufgaben, zu denen Juden in Deutschland und Oesterreich niemals in größerem Maße herangezogen wurden. Das Gleiche gilt auch für die Landwirtschaft. Palästina braucht nicht nur Geld und Arbeit, sondern — was oft wichtiger ist als Geld — Kenntnisse. Diese Kenntnisse können wir auch, müssen die Pioniere wohl auch' außerhalb Palästinas erwerben. Es kann nicht das wesentliche sein, daß wir Landwirte schlankweg werden, sondern daß auch hier eine gewisse Spezialisierung Platz greift. Ich rege insbesondere an, daß sich Spezialisten für den Wein- und Obstbau, für Pflanzenpathologie und praktische Entomologie ausbiden sollten.^ In allen Ländern der Welt, wo sich ähnliche Verhältnisse darbieten, sollten sich unsere Bundesbrüder, die sich der Landwirtschaft zuwenden, zugleich auf einem bestimmten Gebiete zu spezialisieren suchen, und es scheint mir die Aufgabe des Kartells zu sein, dafür zu sorgen, daß unsere Freunde nicht nur mit allgemeinen Kennt-

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