Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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124 Zlocisti, Vorbereitung auf Palästina Im Anschluß an dieses Referat ergriff Zlocisti das Wort zu folgende» Ausführungen: Ich habe das Gefühl, daß die Ausführungen unseres Bundesbruders Moses tatsächlich die Dinge so darstellen, wie sie sind. Er hat, allem Ueberstiegenen fem, jedem Einzelnen von uns Aufgaben gestellt, die sowohl im Rahmen des Kartells wie der großen zionistischen Ziele liegen. Nur schien mir, daß aus dem durchaus berechtigten Gesichtspunkte der Berufsumschichtung und aus dem Gedanken, daß diejenigen, die als junge Muli vor die Berufswahl gestellt sind, Landwirte werden sollten, etwas zu viel Pessimismus' auf die anderen Berufe hinüberfloß, in denen bereits eine größere Zahl unserer Mitglieder steht oder zu denen sie ihre ersten Vorbereitungen schon getroffen haben. Wir wissen alle, warum die komplizierten Verhältnisse der Diaspora die jüdischen Akademiker auf ganz bestimmte Gebiete gedrängt haben; und da es für Palästina in erster Linie auf die Akademiker Deutschlands und Oesterreichs ankommt, so könnte es den Anschein haben, als obr diese Verengung der Berufswahl auf die Medizin und die Juristerei unsere Verpflanzung nach Palästina erschwerte oder vollends unmöglich machte. Dabei ist aber ein Gesichtspunkt zu berücksichtigen: es gibt große Teile medizinischer Berufsarbeit, in denen Tausende deutscher Aerzte beschäftigt sind, von denen wir Jude^ aber ausgeschlossen sind. In dem Augenblick, wo in Palästina jüdisches Leben erblüht, werden alle diese Sondergebiete des medizinischen Berufes, von denen wir jetzt abgeschnitten sind, für die Sicherung und Ausweitung unserer palästinensischen Arbeit bedeutungsvoll. Wir werden dahin drängen müssen, daß wir, die wir im medizinischen Studium stehen oder es abgeschlossen haben, uns auf diese Möglichkeiten einstellen und uns gründlich vorbereiten. Wenn ich den Umkreis jüdischer zionistischer Aerzte in Deutschland und Oesterreich überschaue, so werde ich kaum einen finden, der etwa Kenntnisse und Erfahrungen in der Hafen-Hygiene hat, kaum einen, der Gelegenheit hatte, Schiffs-Hygiene zu betreiben. Ihr wißt, daß in allen Ländern eine große Zahl von Spezialärzten die Aus^ Wanderung überwacht; aber keiner von den jüdischen Aerzten hat irgendeinmal, da wir abgesperrt waren, zu solchen Aufgaben Beziehungen gehabt In gleicher Weise fehlt uns die Sicherheit