Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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122 r Moses, Vorbereitung auf Palästina herigen Zusammenstellungen des Materials sind. Die Literatur über Palästina, ist sehr gering. Eine wichtige Aufgabe für uns wird es auch sein, die Erziehung zum landwirtschaftlichen Beruf vom Kartell aus zu fördern. Wir haben schon Lehrfarmen jn Deutschland begründet, und es sind über zweihundert jungen Leuten Lehrstellen nachgewiesen worden, wo sie landwirtschaftliche Ausbildung erhielten. Das Angebot ist aber viel größer als die Zahl der vorhandenen Stellen, und ich appelliere an das ganze Kartell, sich die Wichtigkeit dieser Ausbildungsfürsorge vor Augen zu halten. Man kann die Stellen nur durch persönliche Beziehungen erlangen. Die Gründung von Lehrinstituten ist sehr teuer, aber es muß unser Bestreben sein, immer mehr solche Institute, wo viele gleichzeitig lernen können, zu schaffen. Die Errichtung dieser Institute kostet Millionen. Zunächst werden wir insbesondere in der Nähe der Großstädte wenigstens kleinere Gartenbauschulen schaffen müssen, und ich denke z. B. daran, daß man hier bei Berlin ein großes Stück Land pachten könnte, wo vielleicht auch die Frauen von Bundesbrüdern zur Vorbereitung auf Palästina ausgebildet werden. Zu Beihilfen für die Einzelausbildung von Bundesbrüdern, die ziemlich große Kosten verursacht, könnte vielleicht unsere Rosenkranz - Stiftung herangezogen werden. Meist ergreifen ja die Bundesbrüder entgegen dem Willen ihrer Eltern den landwirtschaftlichen Beruf, und in diesem Falle müssen wir ihnen die nötige Unterstützung gewähren, wenigstens für einige Monate; allzulange pflegen ja jüdische Eltern nicht zu zürnen. Das sind im Großen und Ganzen die Arbeitsgebiete, die ich erwähnen wollte. Wenn ich zum Schlüsse vielleicht noch gewissermaßen eine geistige Begründung für die Wahl des landwirtschaftlichen Berufes geben darf, so möchte ich sagen: man hat bisher die materiellen Bedingungen des jüdischen Volkes im Galuth für seine geistige Produktivität zu wenig gewürdigt. Es reicht nicht aus, immer nur die Wurzellosigkeit unseres Volkes zu betonen, die durch seine Lösung von allen natürlichen geistigen Bindungen entstanden ist, sondern viel wesentlicher wahrscheinlich hat die Trennung von allen produktiven Berufen, die Unmöglichkeit, das gesamte Lebensmateriäl in Wirklichkeit zu gestalten und die Beschränkung: auf dein kleinen geistigen Bezirk der Religion auf seine Schaf-