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Der jüdische Student · 1919-06-01 · Heft 4 (Juni 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 4 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Moses, Vorbereitung auf Palästina 121 Auch auf nickt landwirtschaftlichem Gebiete wird es eine ganze Reihe von Möglichkeiten geben, daß Bundesbrüder sich zu gemeinsamen Aktionen zusammentun. Ein Bundesbruder projektiert z. B. die Errichtung eines Sanatoriums, ein anderer will ein pharmazeutisches Institut einrichten. Das sind solche Fälle. Alle diese Dinge müßten noch viel mehr als bisher in unserem Kreise erörtert werden, und ich denke, daß das künftige Präsidium sich intensiv mit ihnen befassen muß. Zu erwähnen ist noch das Erfordernis der gegenseitigen Hilfe in Palästina. Wenn wir schon hier in Deutschland sagen, daß man sich gegenseitig unterstützen muß, so ist es klar, daß dies in Palästina in noch viel stärkerem Maße zu geschehen .hat. Unseren Bundesbrüdern müssen wir die Pflicht auferlegen, anderen Bundesbrüdern die ersten Stadien der Existenz dort zu erleichtern. Wenn ich übergehe zur Tätigkeit des Kartells, so wird -es notwendig sein, daß wir den Bundesbrüdern, die nach Palästina gehen, auch vom Kartell aus zu helfen suchen, insbesondere ihnen Personalkredite beschaffen zur Erleichterung der Ansiedlung. Es fragt sich, ob es möglich sein wird, im Kartell einen Fonds aufzubringen für diese Zwecke, oder ob das Kartell in irgendeiner Form die Bürgschaft für die Kreditgewährung an dortige Bundesbrüder zu übernehmen hätte. Das muß sorgfältig durchberaten werden; jedenfalls muß eine solche Unterstützung in irgendeiner Form erfolgen. Es muß — nicht in wörtlichem Sinne gemeint — jeder Einzelne, der nicht hinübergeht, fühlen, daß er der schlechtere Zionist ist und gewissermaßen eine Buße zu zahlen' habe an den schon früher Hinübergehenden. Eine weitere Frage wäre die, ob das Kartell als Ganzes etwa die Patenschaft für irgendeine Kolonie übernehmen könnte. Es gäbe auch noch andere Betätigungen von hier aus, ich nenne nur die Gründung von Landerziehungsheimen. Es ist also eine ganz konkrete positive Tätigkeit des Gesamtkartells notwendig, die sehr bedeutende Mittel erfordert. Das letzte Gebiet ist das der wissenschaftlichen Arbeit. Vielleicht könnte vom Kartell eine Akademie für Palästinaangelegenheiten geschaffen werden, in der insbesondere auch die Beratung bei der Berufswahl eine entscheidende Stelle einnehmen müßte. Es ist einfach trostlos, wie schlecht die bis-

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