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Der jüdische Student · 1919-06-01 · Heft 4 (Juni 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 4 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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120 Moses, Vorbereitung auf Palästina solchen ungeeigneten Landwirten drüber^ gemacht wurden, waren sehr traurig. Man kann sein Leben wohl einmal für eine große Sache hingeben, aber es geht über die Kraft, täglich und stündlich ^sein Leben um'einer Idee willen zu opfern. Der Beruf des Landwirts ist der schwerste aller Berufe. Auch die besten Leute müssen diesen Beruf aufgeben, wenn sie ohne die genügende Eignung aus rein idealen Gesichtspunkten ihre Berufswahl träfen. Eine weitere Frage ist die des Kapitals. Ich glaube, die Forderung einer Mindestsumme ist nicht mehr zu .erheben. Es würde das größte Unglück der Kolonisation sein, wenn es nicht möglich wäre, Landarbeiter, die sich bewährt haben, später anzusiedeln. Ein Proletariat von Landarbeitern wäre entsetzlich. Es muß daher erreicht werden, daß für den Landarbeiter die Aussicht der späteren Ansiedlung besteht, auch wenn er kein Kapital besitzt. Eine Richtung, die aus proletarischem Standesgefühl meint, man müsse dauernd Landarbeiter bleiben und dürfe sich nicht ansiedeln lassen, halte ich für verfehlt. / Jetzt zur Frage der Uebersiedlung, insbesondere für den Landwirt. Einmal gibt es die Möglichkeit der Begründung einer eigenen Kolonie, d. h. es tun sich Gruppen von Landwirten zusammen und beschließen, sich gemeinsam niederzulassen. Diese Idee ist z. B. im Blau-Weiß aufgetaucht" und hat zu folgendem Programm geführt: Wir haben geglaubt, daß unsere vLeute sich hier ausbilden lassen sollen, dann hinübergehen und dort eine Genossenschaft bilden. Die Genossenschaft würde dann das Uebergangsstadium bilden. Diese Koloniegründung hat noch keine greifbare Form gewonnen, weil die Leute noch nicht über das nötige Kapital verfügen. Anders liegen die Dinge mit der Kolonie Schear Jaschuw. Dort sind glänzende Kapitalisten vorhanden. Das besondere Pro^ gramm ist das, daß die Leute sich nicht Plantagen anlegen, um lediglich von den Einkünften zu leben, sondern durch eigene Mitarbeit jerwerbstätig sein wollen. Die dritte Möglichkeit ist die Achusah, daß nämlich die Leute, die hier leben, dort Pflanzungen anlegen lassen und später hinübergehen. Auch das ist zu begrüßen, und wo solche Projekte entstehen, sollten wir großen Wert darauf legen, sie mit den Interessen unserer Bundesbrüder »zu verbinden. Der ältere sollte den jüngeren Bundesbruder mit hinübernehmen.

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