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Der jüdische Student · 1919-06-01 · Heft 4 (Juni 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 4 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Moses, Vorbereitung auf Palästina 119 produktiv tätig nur efWa 75 der Einwohner. Es gibt eine Fülle von überflüssigen Berufen, die von der Arbeit der anderen leben. Es handelt sich darum, wie man diese ausschalten kann. Das sind nur zum Teil die Kapitalisten. Es kommt darauf an, ob und inwieweit ein Beruf überflüssig ist. Wenn wir z. B. eine übergroße Zahl von Kaufleuten haben, so muß sich die Ware verteuern und die Verteuerung getragen werden von der arbeitenden Bevölkerung. Haben wir eine allzugroße Zahl von Aerzten, so besteht die Gefahr, daß sich die Aerzte gewerkschaftlich zusammentun und die Preise erhöhen, und dann muß auch hier die arbeitende Bevölkerung die erhöhten Preise zahlen. Leute, die von fremder Arbeit leben, sollen also nicht einwandern, oder nur, wenn sie der Produktion des Landes nützen. Die Einwanderung muß sich danach richten, welche Berufe Palästina braucht. Vor allem werden Landwirte gebraucht. Der Ausbau des Landes ohne sie ist undenkbar. Von allen anderen Berufen haben wir genügend. Man muß also sagen, daß für diejenigen, die vor der Berufswahl stehen, freie Berufe nur beschränkt in Frage kommen und niemals mit so sicherer Aussicht auf Existenz wie beim Landwirt. Aerzte waren schon vor dem Kriege in so großer Zahl vorhanden, daß die palästinensische Aerztegesellschaft vor weiterem Zuzug warnte, und was z. B. die Tierärzte betrifft, so ist typisch für den Bedarf die Tatsache, daß die Kolonien Galiläas beratschlagten, ob sie sich auch einen eigenen Tierarzt anstellen sollten, wie die Kolonien Judäas, oder ob dieser eine Tierarzt nicht auch für sie noch ausreichte. Man wird sich durch den Vergleich mit einer deutschen Kleinstadt, die in einem großen iändlichen Bezirke liegt, und in der die Akademiker vielleicht durch 3 bis 4 Aerzte, 2 Rechtsanwälte, 1 Amtsrichter, 1 Apotheker, 1 Lehrer und 1 Pastor vertreten sind, am besten die Notwendigkeit von akademischen Berufen in Palästina klar machen können; denn diese wenigen deutschen Ahr.^^iker befriedigen einen Landkreis, dessen Einwohnerzahl weit größer ist als die aller bestehenden Kolonien in Palästina. Es bleibt also in der Hauptsache der Beruf den Landwirts. Die Voraussetzungen für diesen Beruf sind sehr groß, und ich muß davor warnen, daß junge Leute Landwirte werden, die nicht die nötige Eignung oder Neigung für den landwirtschaftlichen Beruf besitzen. Die Erfahrungen, die mit

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