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Der jüdische Student · 1919-06-01 · Heft 4 (Juni 1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 4 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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112 Moses, Vorbereitung auf Palästina tion für seine Entwicklung von Bedeutung wäre. Und selbst wenn durch politische Veränderungen Palästina mit Aegypten verbunden werden sollte, so werden die Waren* die von und: nach Alexandria gehen, nicht gerade ihren Weg überHaifa oder Jaffa nehmen. Palästina ist also wesentlich auf die eigene Produktion angewiesen, und das wirklich einzig Günstige seiner Lage i$t die Verbindung mit dem Meere, die es ihm ermöglicht, mit allen Ländern der Welt in Verbindung zu treten. Die natürliche Beschaffenheit des Landes ist der zweite produktionsbestimmende Faktor der Entwicklung Palästinas. Palästina und mit ihm ganz Syrien ist ein durchaus landwirtschaftliches Land. Nach Ruppin beträgt die landwirtschaftliche Güterproduktion 715 Mill. Francs; Handwerk, Industrie,. Transportwesen, Touristenverkehr und Bergbau 115 Mill. Francs. Die Industrie Palästinas ist sehr unbedeutend Es befinden sich hier nur einige Oel- und Seifenfabriken von ganz geringem Umfange und wenige andere handwerksmäßige Betriebe, die kaum als eine Industrie zu bezeichnen sind. Auch sonst spielt in Syrien die Industrie eine nur untergeordnete Rolle. Nennenswert sind hier nur die Seidenindustrie des Libanon und eine kleine Textilindustrie im Norden Syriens. Die Seidenindustrie selbst ist in den letzten Jahren vordem Kriege! schnell zurückgegangen, da sie der Konkurrenz mit Asien (Japan und China) unterliegen mußte, so daß die libanesischen Bauern bereits angefangen haben, die Maulbeerbäume auszuroden und andere Fruchtbäume an ihre Stelle zu setzen. r, Reiche Mineralschätze, das Erfordernis einer starken Industrie, sind nficht vorhanden. Es gibt in ganz Syrien nicht ein einziges in Betrieb befindliches Bergwerk, das der Rede wert wäre, und nach amtlichen Angaben erreicht die Gesamteinnahme aus dem Bergbau in Syrien kaum 200 000 Francs. Eisen und Kohle haben sich, soweit sie gefunden wurden, als nicht abbauwürdig herausgestellt. Petroleum soll nach Angaben von Geologen vorhanden sein, doch waren die bisherigen Bohrungen noch ergebnislos. Alle übrigen Berichte von großen Mineralvorkommen verdanken ihre Existenz meist der Reklame, die für den Verkauf von Konzessionen gemacht wurde, und es dürfte noch lange dauern, bis die Phosphate von Es Salt für unsere Kolonisten ein billigerer Dünger werden als der Chilesalpeter.

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