Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Per JiüifJif Stotel Zeitschrift des Kartells Jüdischer Verbindungen Herausgegeben vom Präsidium des Kartells Jüdischer Verbindungen XVI. Jahrgang Juni 1919 Heft 4 Vorbereitung auf Palästina KarteiItagsr ef er at von Walter Moses Wenn ich jetzt versuchen werde, über die Frage zu sprechen: Was sollen wir tun, uns mit Palästina zu verbinden?, so bin ich mir klar darüber, daß ich leider nicht alles mit der nötigen Ausführlichkeit darstellen kann. Ich wäre daher dankbar, wenn ich später in der Diskussion auf Lücken aufmerksam gemacht würde. Ich glaube, daß es nicht nötig ist, eine Einleitung zu geben, sondern daß ich gleich in medias res gehen kann. Ich beschäftige mich erstens mit der Berufswahl, zweitens mit der Uebersiedelüng, drittens mit der Hilfe des Kartells für die Leute, die hingehen, und mit der vorbereitenden Arbeit im Qolus. Die .Frage der Berufswahl setzt voraus, daß wir uns mit den Bedingungen des Landes bekannt machen, denn sie müssen die Berufswahl nicht nur beeinflussen, sondern der einzig herrschende Gesichtspunkt für sie werden. Die Bedingungen der Entwicklung eines Landes hängen ab von seiner Lage, seiner Produktion und den Bewohnern. Die Lage Palästinas ist in unserer Ideologie bisher etwas falsch dargestellt worden. Man hat sich daran gewöhnt, es so darzustellen, als ob eben Palästina das Mittlerland zwischen Orient und Okzident, das Einfallstor nach Asien und Afrika sei. Diese Vorstellungen sind heute nicht mehr zutreffend. Die wirtschaftliche Bedeutung des Orients überhaupt wird von ,tms sehr überschätzt Sein großer Einfluß im Mittelalter bestand in der Vermittlung sämtlicher Güter Asiens, die damals ihren Weg über die Türkei nehmen mußten. Im Osten Palästinas ist die Wüste, im Süden trennen es Steppe und SWüste von Aegypten, im Norden ist das ganz arme Syrien. Für die Bedürfnislosigkeit seiner Bewohner gibt Ruppin in seinem ausgezeichneten neuen Buche über Syrien klassische Beispiele. Palästina hat also kein Hinterland, dessen Produk-