Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 3 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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'94 LACHMANN, Das Resultat herzlicher Freude von ihren Erfolgen berichten, aber gemeinsam Tcönnen sie nicht in einer Korporation diese Ziele verfolgen. Oder eine solche Korporation ist Korporation nur dem Namen nach. Der Kartelltag hat sich nun der Aufgabe unterzogen, die Quadratur des Zirkels zu lösen. Der gute Wille ist anzuerkennen, die Devise war: Einheit des Kartells. Zweifellos ist das eine schöne Gesinnung, aber praktische Krfolge konnten damit nicht verbunden sein. Wer die Tendenz der Entzweiung des Kartells fördert, schafft die Konsequenzen nicht aus der Welt, indem er die alte Firma beläßt. Die Tendenzen sind stärker. Nicht Unverträglichkeit hat die alten K. I. V.-er gegen diese sogenannte Einigung auftreten lassen, sondern die Einsicht, daß die Dinge stärker sind als die Bezeichnungen. Wie recht wir hatten, geht schlagend aus einer Tatsache hervor. Ein K I. V.-er, der aus Berlin nach Breslau kommt, tritt selbstverständlich in den ßreslauer Hacherut ein, nicht in den V. 1. St Damit ist die Spaltung erwiesen, die wir blos durch die Teilung in Ringe klarstellen wollten, aber nicht in erster Linie um der Klarheit willen, sondern damit sich die Tendenzen klar ausleben sollten, •damit bewiesen werde, welches die bessere und arbeitsfähigere ist. Dies aber müssen wir im Interesse des K. I. V. wissen, das unbrauchbare muß untergehen. Wer könnte eigentlich anderen Sinnes sein? Dieses Ziel hat der Kartelltag mißbilligt. Der Kartelltag hat sogar mißbilligt, daß durch die Wahl des Präsidiums dokumentiert werde, wie sehr die alte Richtung durchaus als „gleichberechtigt gegenüber der neuen zu gelten hat. Wir sind davon überzeugt, daß das K. 1. V. mit diesem Beschluß die destruktiven Tendenzen in unserem Wirkungskreis aufs äußerste gefördert hat Die Gefahr, daß das K. I. V. keinen Zuwachs bekommt, muß wachsen, wenn Theorien vom Kartelltag gebilligt werden, die der Frage des Zuwachses mit Gelassenheit gegenüberstehen. Abgesehen davon sind so gesinnte Bundesbrüder auch immer weniger geeignet, selbst wenn sie es wollten, uns Zuwachs zu schaffen. Die Gefahr, daß Desorganisation bei uns eintritt, wird größer, wenn der Kartelltag es billigt, daß Organisationen sich entwickeln, deren Ziele dem unserer Gemeinschaften entgegengesetzt sind. Die Hoffnung, daß durch uns Organisation dem ganzen undisziplinierten jüdischen Volkskörper gebracht wird, muß schwinden. Die Gefahr, daß die Bundesbrüderiichkeit verschwindet, die in früheren Jahren lebendiger war als jetzt das Gemeinschaftsiebtn, ist keine Gefahr, sondern eine Tatsache Unter diesen Umständen mußten wir handeln; wir mußten denen, die diese Entwicklung bewußt anstreben, und denen, die