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Der jüdische Student · 1919-05-01 · Heft 3 (Mai 1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 3 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
[Seite] (sequence 37)
Language
German
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NUSSBAUM, Justin Bonne sagen: tolerari posse, die Verantwortung ganz allein aufbürden. Sie sollen am Steuerruder stehen und sehen, wohin die Reise geht, und selber durch eigene Erfahrung kluggeworden, kehrt machen. Wir würden uns am K. I. V. versündigen, wenn wir mit verdoppelter Kraft und verminderter Zahl eine Arbeit leisten würden, deren Unentbehrliehkeit, weil sie eben doch noch geschieht, nicht eingesehen wird. Unser Handeln besteht somit darin, daß wir, so schmerzlich es uns auch ist, die Leitung der anderen Richtung überlassen. Unser Schritt ist schon jetzt nicht ohne Wirkung geblieben. Es war Jörn Kippur-Stimmung, als der Kartelltag auseinanderging, ein wenig wurde den Siegern vor ihrem Siege schon bange. Dieses Empfinden war der erste Erfolg unseres freiwilligen Verzichts. Die Versicherungen, die am Schluß des Kartelltages abgegeben wurden, standen schon unter dem Eindruck der eigenen Verantwortung und enthielten manches, was auf eine Umkehr hindeutet. Das Versprechen, daß die Organisation in ihrem Wert erkannt sei und ihr Ausbau eine Notwendigkeit hat uns wohlgetan. Aber eine solche Umkehr muß erlebt, nicht bloß versprochen werden. „Unus homo nobis cunctando restituit rem,,> sagt Enntus, zu deutsch: Manchmal ist freiwillige Zurückhaltung ein besseres Erziehungsmittel als loderndes Drängen. Es tut nichts, wenn man zunächst keinen Dank dafür erntet. Breslau Berthold Lachmann Justin Bonne Der Krieg ist zu Ende, aber noch immer fordert er Opfer von uns. Im Februar verschied am Gelenk-Rheumatismus, den er sich im Felde zugezogen hatte, unser junger Bundesbruder Justin Bonne. Trotzdem er infolge seiner Einberufung noch keine Gelegenheit hatte, an unserer praktischen Arbeit teilzunehmen, berechtigte er zu den größten Hoffnungen. Allein, ohne die Stütze einer Jugend-Gemeinschaft, hatte er sich zum Zionismus durchgerungen, den er in der harmonischsten Weise mit der Treue zum traditionellen Judentum zu vereinen wußte. In stiller aber tiefer Begeisterung war er dem Zionismus ergeben. Seine Liebe zum jüdischen Volk ließ ihn während des Krieges den Weg zum Herzen unserer östlichen Brüder finden Der Beschluß, sein Leben in Palästina aufzubauen, stand bei ihm fest. Wir gedenken seiner in tiefer Trauer. Meinhold Nußbaum

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