Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 3 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3537599-3537737-3537740--4500-3542253- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
80 STEIN1TZ, K. J.V. und Universitätsgründling deres beliebiges Objekt?", so würde ich darauf erwidern, daß abgesehen von den besonderen Vorzügen gerade dieses Projektes auch jedes andere miif dem gleichen Einwände bekämpft werden könnte. Im übrigen ist ein anderer Plan aus unserem Kreise bisher gar nicht zur Diskussjon gestellt Schließlich soll sich auch das K. J. V. gar nicht für alle Zeiten festlegen, sondern dem jungen Institut nur über die Anfangsschwierigheiten hinweghelfen. Ist in einigen Jahren der Betrieb gesichert, so mag das K. J. V. als solches sich von der biologischen Gesellschaft zurückziehen. Die persönlich an ihr interessierten Bundesbrüder werden ja dann von selbst in ihr bleiben. Später aber kann in ähnlicher Weise vielleicht ein anderes Projekt vom K. J. V. gefördert werden. Etwas näher möchte ich hingegen^ auf einen Einwand mehr technischer Natur eingehen. Es könnte gesagt werden, wir dürften die schlechter situierten Bundesbr.üder nicht abermals belasten. Hier bietet sich leicht ein Ausweg: nach unserer Breslauer Erfahrung sind die materiell besser gestellten Bundesbrüder geneigt, den Mindestbeitrag von 10 Mark erheblich zu überzeichnen. Diese Ueberzeichnungen können nun den unbemittelten Bundesbrüdern auf Antrag so; weit gut geschrieben werden, daß sie statt 10 nur 5 Mark Jahresbeitrag zu zahlen hätten. Gegen eine gänzliche Befreiung von der Beitragspflicht beständen allerdings prinzipielle Bedenken. Man soll den erzieherischen Einfluß nicht ausschalten, den eine wenn auch kleine Steuer zum Universitätswerke auf den Einzelnen ausübt, — und 40 Pfennig von seinem Monatswechsel sollte auch der Aermste unter uns der Größe der Idee zu opfern imstande sein. Zum ersten Male ergeht von den beiden Breslauer Korporationen und ihrer Altherrenschaft, in einer Zeit, die wie keine noch die Aufbietung aller Kräfte von uns fordert, einstimmig der Rui zu einer großzügigen Leistung an das Kartell. Wir sind der festen Zuversicht, daß[ der große Moment kein kleines Geschlecht finden werde. Breslau Dr. Walter St'einitz