Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 3 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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STEINITZ, K.J.V. und Universitätsgründung 79 Schaffung der naturwissenschaftlichen Institute) geleistet haben und fordern es auf, unsere Arbeit dadurch zu unterstützen, daß es einen Antrag auf Uebernahme der restlichen Kosten für Errichtung und Betrieb der Station dem nächsten Kongreß unterbreite. (Dabei könnte das K.J.V. sich noch die Verfügung über eine seiner Beitragsleistung entsprechende Anzahl von Arbeitstischen in der Station vorbehalten., Näheres über dieses „Neapler Tischsystem" siehe in meiner Denkschrift.) Es besteht nun freilich die Möglichkeit, daß unsere Aktion insofern zu spät kommen kann, als unterdessen irgend ein Mäcen oaer eine Gruppe von solchen mein Projekt zu finanzieren beschließt. Aber abgesehen davon, daß dieser Fall trotz mancher hoffnungverheißender Anzeichen so rasch kaum eintreten dürfte, wäre unsere Arbeit doch keineswegs umsonst gewesen. Einmal nämlich stellt das von mir geforderte Budget von 50 000 Mark eine Minimalforderung dar. Weitere Mittel wären selbst bei reichlicherer Dotierung; für besondere Zwecke wie Anlegung von Sammlungen, Expeditionen, Versuche im Großen, z. B. in der Erforschung und Bekämpfung der Heuschreckenplage usw., stets willkommen. Dann aber würde d«e Gründung einer palästinensisch gerichteten Forschungsgesellschaft an und für sichr von hohem Werte sein. Wenn die Mitglieder einer solchen Gesellschaft durch regelmäßige Berichte über die Forschungsergebnisse in Palästina immer neue wissenschaftliche Anregung empfingen, — hteßj^ $as nicht für diesen Kreis ein geistiges Zentrum in Palästina geschaffen haben? Und wenn die Veröffentlichungen nicht immer streng wissenschaftlichen Charakter trügen, sondern, etwa in der Art der Berichte des Alpenvereins auch einmal in fesselnder Weise von einem Vorstoß in die syrische Wüste, einem Besuch der Korallenbänke im Roten Meere oder von einer Steinboekjagd im südpalästinensischen Bergland zu erzählen wüßten, dann würden sie auch in den Familien der Mitglieder gern gelesen werden, und manch ein Samenkorn der Sehnsucht nach Palästina fiele auf fruchtbaren Boden. So hoffe ich denn meinen Vorschlag genugsam empfohlen zu haben. Was aber läßt sich wohl gegen ihn vorbringen? Einwände prinzipieller Natur scheinen mir kaum möglich. Sollte wirklich jemand fragen, „warum sollen wir uns gerade für eine zoologische Station einsetzen und nicht'ebenso gut für ein an-