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Der jüdische Student · 1919-05-01 · Heft 2 (Mai 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 2 (Mai 1919)
Date
1919-05-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Af&er, Neuorganisation der Altherrenschaft 51 in Posen, wo unsere Alten Herrenrdiese Arbeit bereits leisten, wäre es Aufgabe der betreffenden Volksverbände, solche nationalen Körperschaften zu organisieren. Dies führt mich zur Teilnahme äuch an deutsch-politischen Dingen, Wo blieb bisher die Stimme der jüdischen Akademikerschaft im Kampf , gegen die getauften Juden? Oeffentliehe Kundgebungen für die politische Moral der Parteien in diesem iHinsicht, evtl. Kampfstellung gegen Parteien oder örtliche Parteigruppen, in denen die getauften Juden dominieren und vielleicht sich anmaßen, in jüdische Dinge hineinzureden; großzügiger und auf selbstbewußte nationale Basis gestellter Kampf gegen den Antisemitismus; Unterstützung des Kartells im Kampf um die Ausländerfrage an den Universitäten, geschlossenes Auftreten gegen die Sperrung der Grenze gegenüber den Ostjuden, — in all diesen Dingen sollte der A. H. V. an erster Stelle zu finden sein. Eine Spezialaufgabe wäre die Erfassung derjenigen zionistischen Akademiker, die aus nichtzionistischen Verbänden, z. B. aus dem K.C., hervorgegangen, den Anschluß an uns suchen. Nicht allen gelingt es so wie einigen in unseren Reihen Aufgegangenen, noch die innere Verbindung mit der Aktivitas zu finden; vielleicht böte für diese der A. H.V. eine Möglichkeit des Anschlusses. Für das alte Lieblingsproblem einiger älteren Alten Herren, die ehemaligen Bundesbrüder, die nicht aus Tendenzgründen, sondern meist durch irgend einen längst vergessenen Strunk verloren gingen, die die Entwicklung des Kartells aber nicht mehr mitgemacht haben, uns wieder anzugliedern, könnte vielleicht auch der A. H. V. eine geeignete Lösung finden. Ich komme zu den kulturellen Aufgaben des A. H. V. im Golus. Für die Förderung und Teilname an allen jüdisch-kulturellen Bestrebungen innerhalb Deutschlands hätte der A. H. V. Menschen und Mittel zu mobilisieren. Daß die Gründung der jüdischen Volks-Hochschule in Berlin z. B. eine Aufgabe, um nicht zu sagen die Aufgabe eines tatkräftigen A.H.V. hätte sein können, liegt wohl auf der Hand; daß wir sie wie alle anderen kulturellen Unternehmungen, z. B. das Volksheim, die jüdische Schule in Deutschland, den Plan eines jüdischen Kindererziehungsheims und alle anderen, unterstützen und fördern werden, ergibt sich von selbst. Als eine besonders wichtige Aufgabe des A. H. V. erscheint mir eine praktische Förderung der jüdischen Wissenschaft. Viele von uns empfinden es direkt als beschämend, daß, von einigen bekannten Ausnahmen, meist aus der älteren Generation, abgesehen, aus dem Kreise der K. J. V.-er so gut wie nichts an jüdisch-wissenschaftlichen Arbeiten erschienen ist, daß das Meiste, was über Geschichte und Kultur des alten Palästina, über die Rassenfrage uswgeschrieben worden ist, von Nicht-K. J. V.-ern stammt, daß z. B., als die Universität

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