Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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50 Afcßer, Neuorganisation der Ältherrenschaft suchen, materiell, wenn es möglich ist, durch Aufbringung von Mitteln, sei es für die Uebersiedlung' selbst, sei es für den Berufswechsel und die Vorbereitung. Der A.H. tf. müßte gemeinsam mit dem Kartell die Auskunfts- und Vermittlungsstelle für die Uebersiedlung von K. J.V.-ern schaffen und die Organisierung von Palästinafahrten derjenigen anstreben, die nicht übersiedeln können, evtl. auch von Studienreisen für diejenigen die sich hier oder in anderen Zentren Europas in' den Dienst der Aus Wanderungsbehörden stellen wollen. Die Unterstützung der kulturellen Einrichtungen Palästinas wären für den A. H. V. vor allem durch Mitarbeit an der Schaffung der jüdischen Nationalbibliothek zu erreichen, für die von A. H. Heinrich Loewe und anderen gearbeitet wird. Ich glaube, daß diese und noch viele andere Arbeitsmöglichkeiten des Oolus für Palästina, die ich nicht alle aufzählen kann und zu denen die nächste Zukunft, ja jeder Tag, uns neue bringen kann, nur durch eine organisierte Alt-Herrenschaft wirksam geleistet werden können. Ich wende mich zur Qolusarbeit — darunter verstehe ich die politische und kulturelle Arbeit in Deutschland. Zunächst die politische Arbeit. Ich erwähnte bereits die zionistische Propaganda unter Akademikern. Ich glaube, daß» z. ß., gerade hier in Berlin, wo die Ortsgruppe sich eben in örtliche, berufliche und andere Gruppen geteilt hat, in dieser Hinsicht ein großes Arbeitsfeld für uns wäre. Hierher gehört auch vor allem die Keilarbeit für das Kartell selbst. Diese wäre Aufgabe oer lokalen Untergruppen des A. H. V., der Bezirksverbände, und kann nur durch straffe Organisation'^geleistet werden. Ich glaube jedenfalls, wir sind alle darin\. einig, daß in Zukunft von der Alt-Herrenschaf t alles getan werden muß, um ein so strafbares Versagen der Keilarbeit, wie es in diesem psychologisch' so günstigen Augenblick bei Beendigung des. Krieges eingetreten ist, zu verhindern. Unsere Aufgabe wäre ferner die persönliche Propaganda bei einflußreichen oder geistig prominenten Persönlichkeiten, für die wir den Ortsgruppen geeignete Mitarbeiter zur Verfügung stellen müßten. Ueber den Kongreß sprach ich bereits. Die Alt-Herrenschaft könnte ferner eine großzügige Mitarbeit bei der Umgestaltung der etwas kleinlichen und kehillahartigen N. F.-Propaganda durch wirkliche Durchführung einer Selbstbesteuerung im eigenen Kreise leisten, iWir haben ferner die Arbeit für die jüdische Gemeindepolitik. Als geistige Träger des jüdischen Nationalgedankens sind wir berufen, sowohl geschlossen wie durch Einspannen möglichst vieler einzelnen Alten Herren, für die Umwandlung der Gemeinden in Volksgemeinden einzutreten. Ueberall dort,: wo die Bildung jüdischer Volksräte innerhalb des bisherigen oder zukünftigen Deutschen Reiches in Frage kommt, wie z. B. jetzt