Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 2 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Afcßer, Neuorganisation der Altherrenschaft den Reihen der Jugend horchen/ohne sie, was doch ewig das Recht der Aelteren bleiben wird, in harmonische und natüfliehe Akkorde zusammen zu fassen — so sehr ich eine solche Teilnahme und Betätigung der Alten Herren in den Korporationen und im Präsidium vor allem für die unbedingt notwendige Voraussetzung einer organischen Fortentwicklung unseres K. J. V.- er-Gedankens halte, so wenig glaube ich, daß eine solche Einflußnähme des A. H.V., den wir heute gründen wollen, erwünscht oder überhaupt möglich wäre. Was ich im Vorangegangenen zu umschreiben versuchte, denke ich mir als die breite und allgemeine Basis der ideellen Gemeinschaft für den A. H. V., gewissermaßen als das selbstverständliche Mindestmaß an geistigem Programm, das er mit dem Kartell der Korporationen gemeinsam hat. Ueber diese gemeinsame Basis hinaus trennen sich die Aufgaben des Kartells selbst und die des Alt-Herren-Verbandes. Die Aufgabe und den Sinn des Kartells sehe ich darin, eine jüdische und menschliche Erziehungs-Gemeinschaft zu sein und sich mitgestaltend in die national-jüdische Jugend-Bewegung einzugliedern, wenn möglich, sie zu führen i— die Aufgabe des A. H. V. ist die politische und praktische Arbeit im zionistischen Sinne am und im deutschen Judentum. Verschiebt aber heute, wie es scheint, das Kartell seinen Schwerpunkt im Programm von der Einheitlichkeit zur Differenzierung und in der Arbeit von dem Gedanken der Einwirkung auf die gesamte jüdische Akademikerschaft hinweg zur Intensivierung im eigenen und engeren Kreise, so erscheint es mir — und das versuchte ich zu zeigen — unmöglich, daß auch die Alt-Herrenschaft in ihrer organisierten Gesamtheit diese Entwicklung mitmacht, sondern als unbedingt notwendig, daß sie das Programm des alten B. J. C. und K. Z. V, die Einheitlichkeit und die Einwirkung auf die jüdische Umwelt auch weiterhin als Grundlage ihrer Arbeit innerhalb des deutschen Judentums annimmt. Stellt sich aber der A. H. V. auf diese allgemeine Basis, die notwendig ist, nicht um ihn in jeine Kämpfstellung zum Kartell zu, bringen, sondern nur um die unbedingt sichere gemeinsame Grundlage festzulegen und um arbeitsfähig?u bleiben, so braucht er eine Organisatiönsform, die ihm ein einheitliches eigenes Gepräge und eine eigene unabhängige, nur dem A. H. V. und dem Alt-Herren-Tag als Höchster Instanz verantwortliche Leitung gibt. Diese beiden Momente, einheitliche Grundstimmung auf breiter Basis und eigene Leitung, werden den A. H. V. nicht nur zu Spezialaufgaben, sondern auch zur Geschlossenheit und Einheitlichkeit des Auftretens in geeigneten Fällen fähig machen, mit der die latente Kraft wirksam gemacht werden soll* die in dem Vorhandensein einer so großen Zahl zionistischer Akademiker gleicher Erziehung ruht. Ich glaube, daß es, viele Mög-