Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 1 (April 1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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26 Vom Präsidium Wiederholungen u. ä. erforderlich sein sollten, so bitte ich die Bundesbrüder, sich dadurch nicht stören zu lassen und nicht gereizt zu werden; oie Sache ist iür mich peinlicher als für sie. Ich habe bisher folgende Maßregeln getroffen: Die Alten Herren, die Inaktiven und die nicht in. Universitätsstädten befindlichen Aktiven haben Rundschreiben erhalten, in denen die Notwendigkeit der Keilarbeit betont und die Art ihrer Durchführung geschildert wird. Die Aktiven an den Verbindungsorten haben durch ihre Verbindung Kenntnis von dem Inhalt des Rundschreibens erhalten. Den Rundschreiben liegen Formulare hei, die mit den Adressen der KeiUüxe an mich zurückzusenden sind, ferner ist eine Uebersicht über die Keilbezirke gegeben. Ich habe Deutschland in Keilbezirke geteilt, an deren Spitze K. J. V.-Organisationen oder einzelne Bundesbrüder stehen. Ich habe zwar diese Leiter ausdrücklich angefragt, ob sie mit der Verteilung einverstanden sind, habe aber \on einigen keine Antwort erhalten, wohl infolge der gestörten Bahnverbindungen. Da die ganzxi Keihrbeit für das nächste Semester zwecklos ist,, wenn sie nicht soiort eingeleitet wird, habe ich nicht länger auf Antwort, warten können. Die Bundesbrüder werden dies entschuldigen und sich hoffentlich im Einzelfalle bis zur nächsten Keiiperiode zufrieden geben. Außer der nächsten Nummer des „Jüdischen Willens'', der .zum Keilen recht geeignet ist, wird eine besondere Keilbroschüre erscheinen, die im Hinblick auf die folgende Keilperiode zusammengestellt ist und gleichzeitig durch den Inhalt ihrer Artikel den im Keilen noch ungeübten jungen Bundesbrüdern gewissermaßen eine Systematik des Keilens geben soll. '• Ich bitte mit den Drucksachen aus finanziellen Rücksichten sparsam umzugehen. Man bewahre Formulare, die nicht soiort gebraucht werden, bis zum Bedarfsfälle auf. Man verschenke unsere Broschüren und Zeitschriften nicht, sondern verleihe siel Dies ist in den meisten Fällen durchaus angängig. Auf diese Weise wird der Umlauf der Drucksachen gesteigert und unser Geld wie unser Bestand an Broschüren geschont,. Im übrigen sollte jeder Bundesbn.idcr seine 'Bibliothek zu Keilzwecken zur Verfügung stellen. Auch durch Verbreitung der „Jüdischen Rundschau" kann man sehr gut für uns keilen, denn die Kenntnis der täglichen Ereignisse kann nur rür uns wirken. Zur Erzielung von Keilerfolgen ist es erforderlich, daß überall präzise und sauber gearbeitet wird. Ich habe z. B., da die Versendung der Rundschreiben an die nicht am Verbindungsorte befindlichen Aktiven durch die Verbindungen selbst erfolgen sollte, bei allen Verbindungen angefragt, wieviel auswärtige Aktive sie haben, damit ich ihnen die erforderliche Anzahl Exemplare übersenden könnte. Der Ruder-V. J. St. ist die einzige Verbindung, die sofort und klar geantwortet hat! Eine zweite Verbindung hat mir auf die Anfrage mitgeteilt, sie habe so und so viel auswärtige Aktive und Inaktive; die Antwort war iür mich natürlich wertlos. Die anderen Verbindungen haben, im Verlauf von zwei Wochen, überhaupt nicht geantwortet, in der dritten Woche antworteten zwei weitere Verbindungen/ Wenn ich auch annehme, daß die Postverbindung mit der Hälfte der Korporationen gestört ist, zeugt das Resultat nicht gerade von Pflichtbewußtsein. Unterläßt auch nur tiner die Antwort, so hält er die fanze Arbeit aulL Es ist wertlos, wenn mir Kcilfüvj ohne Ad.'^usse angegeben eder wenn Bundesbrüder als Keiliüxe bezeichnet werden, es ist eine außerordentliche Behinderung, wenn* die Adresse einer Verbindung dauernd wechselt usw. Wenn Keilfüxe in kleinen Orten benannt werden, müssen diese Orte, möglichst genau bezeichnet werden. Der