Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 1 (April 1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Steinen, Misräch i ko rpora tion Baseler Programm vcrpilichtet. Damit wäre die Stellung des Alisradjs ii\< einer Arbeitsgruppe innerhalb der zionistischen Organisation jedenlalis gerechtfertigt. \X'ic soll sich nun das K. J. V. zum Misracm veiinlieii? Das K. J. V. ai> Erziehungsstätte des jüdischen Akademikers hat ein Gesinnungspro- «Tramm, «es sieht seine Autgabe darin, den Willen zum jüdischen Volke zum beherrschenden Lebensprin/ip in seinen Mtglifederu werden und zur jüdischen Tat auswirken zu lassen. Die Ideologie, «Jic die gedanklichen und ps\ thologischen Bedingungen iür die Gedankenwelt des K. J. V.-ers ciuhilit, kann eine misraehistische Gesinnung, \\ ie sie oben gekennzeichnet wurde, nicht in sich auinehinen. Es war aber auch in de m 'A n t r a g ichragenheim gar kein Zusammenschluß von Bundesb rudern auf dieser Basis geplant, sondern es sollte lediglich eine Korporation ins Leben gerufen werden, die als wesentlichsten Bestandteil ihres Korporalion s 1 e b e n s die Beschäftigung mit dem traditionellen Schrifttum, das ist der Bibef, dem Talmud und den angrenzenden Wissenschaftsgebieten, erachtet. Es würden sich zu soiuher Arbeit nur diejenigen zusammenschließen, die in der Tradition einen wertvollen nationalen Kulturfaktor erblicken, aiso B:indesbrüdcr, dt2 ein bestimmtes Kulturprogramm für das Leben in Palästina haben und an dessen Ausbau schon heute arbeiten wollen. Mit dieser Tendenz ialJen sie aus dem Rahinen des K. J. V. ebenso wenig heraus wie die Bundesbrüder, die im Zusammenschluß .mit dem Hapoel hazair' sich ein sozialistisches Betätigungsfeld schaffen, um schon heute den sozialistischen Aufbau der einstigen jüdischen Gesellschaft in Palästina herbeiführen zu helfen. Sowohl' die als Trauiücnskorporation gedachte Verbindung Emunah wie die als Hapoel ha/air-Korporation umgestaltete Maccibaea sind nicht etwa nur Arbeitsgemeinschaften. 'Die Tat ist nur der kräftigste Ausdruck für die Gesinnung. Sie geben beide ihrem Zionismus eine besondere Färbung. Dazu haben sie als K. J. V.-Korporationen nunmehr auch innere Berechtigung. Denn der Zionismus ist heute für den K. J. V.-er der große Lebensstrom, der von überall her seine Zuflüsse erhält. Er trägt sie als seine Brüder, seine Heiter mit sich fort zu dem einen großen Ziele Palästina. Dieser Gedankengang mußte den Kartelltagsdelegierten klar geworden sein. Daher stand die Begründung, die Blumen leid seiner Ablehnung gab und wdurch et>r die Zurückziehung des Antrages veranlaßte, in Widerspruch zu der Neuorientierung des Kartells. Blumenfeld meinte, die geistige Grundlage der neuen Korporation bedeute einen gesinnungsmäßigen Abschluß. Die Bundesbrüder in der Emunah wären sich, ebenso wie die in den anderen Sonder - Korporationen bewußt, daß nicht alle K. J. .V-cr ihre Gesinnung teilen, aber sie wüßten sich eins mit allen Bunuesbrüdern in der PrJicht* ihr Bestes dem Zionismus darbringen zu müssen. Aber selbst wenn die Angehörigen einer Verbindung, wie bie der Antrag vorsieht, ein ausgesprochen misraehistisches Lhitermotiv in ihren Zionismus hmenU;ügen, müßte ihre Berechtigung innerhalb dei Kartells heute bedingungslos anerkannt werden. Zurzeit besteht, so weil ich es überblicken kann, keine innere Notwendigkeit lür eine solche Verbindung innerhalb des K. J. V. Es sind zurzeit, in Berlin sicher [und tür Frankfurt wurde es mir auch bestätigt), nicht genügend Bunucsrw.üövr vorhanden, die ihre Arbeit im K. J. V. Hir nutzlos oder nicht vvert- N? —.4 erachten, d enn sie nicht innerhalb der Verbinduag ein Be-