Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 1 (April 1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Steinerr, Misrachikorporat ion lälisrashikor gsoraiion 1 Von Abraham S t e i n e rt (V. J. St. Maccabaea-Berün i. a. B.) Berlin Alle stehen wir unter dem Eindrucke der tiefgreifenden Umwandlung, ■cie des K. J. \C auV dem letzten Kanelltag erfahren hit, und wir sind mi> besonders durch die Ausführungen von B 1 u rn e n f e 1 d über den rchichtlichcii Zusammenhang klar geworden, in dem djose umbildenden (reschchmsse zur Umwelt des Zionismus stehen, der bei seinem tortschreitenden Siegeszuge alle Prozesse des Lebens in sich einzubeziehen, zn beherrschen beginnt. in diesen Zusammenhang hinein gehört auch der Antrag Sehr g e nh eim; .,Ctr Kartelltag erkennt die Berechtigung von Veibiadungen bzw. Arbeitsgruppen innerhalb von Verbindungen des K. J. V. an, deren zionistische Erziehungsarbeit sich vornehmlich aut uer lebendigen Pflege acr jüdischen Tradition aufbaut.41 Und doch verklang die Aussprache über diesen Antrag wie eine kurze Ep.soae, und die wenigsten verstanden das geschichtliche Paradoxon^ ■daf» gerade Blumenfeld es ' war, der durch einige abtuende Worte von „gesinriimgsmäßigem Abschluß" dieses episodenhafte Schicksal des Antraps herbeigeführt hat. Um in eine Erörterung über nie Berechtigung einer Verbindung im K. J. V., wie sie der Antrag vorsieht, eintreten zt: körnen, muß man zuerst die Beziehungen des Zionismus zu der Gruppe auseinandersetzen, deren Stimmung und Gesinnung den geistigen und psychologischen Anlaß zu einem solchen Ar 'rag gib*. Diese Gruppe ist der Misrachi; wenn auch, wie später gezeigt weiden soll, von dem Antragsteller die Verbindung nicht etwa als die akademische prepagaiüitiuppe des Misrachi gedacht war. So alt wie der Misrachi in der zionistischen Beweg mg, so alt ist sein Kulturkampf in ihr. Denn der Misrachi traf mit dem Kulturprogramm einer Minderheit in den Zionismus ein, deren SieirnatrkigJceit zwar das Judentum durch die Jahrhunderte des Golus getragen und allen fremden Einflüssen zum Trotz durchgesetzt hat, deren Prindp aber den Anspruch auf unbedingte Beherrschung in sich birgt. Daher mußte der Misrachi den Grund zu Konflikten in die Bewegung hineintrugen, der er mit den: wesentlichsten Teil seines Gedankens- und Getühhinhalts- .angehören wollte. Jüdisches Volkshewußtsein und Palästina-»einsticht si.id die Momente, in denen Misrachi und Zionismus sich ais geistige Einheit empfinden, Thoratreue ist die Parole, die sie ^re.mi. Unter Thoratreue ist hier jenes absolute Verbundenheitsgetühl m;t den Gesetzen de; jüdischen Lehre zu verstehen, die völlige Unterwerfung lies jüdischen Individuums in Tun und Gesinnung verlangt. Warum aber sollte ein von der Thora geleitetes Lebensprinzip dem Zionismus widerspiechen > Wie stAiw e^> denkbar sein, daß irgendeine Forderung, die das jüdische Gv^ct/ an -den Juden stellt, in einer Bewegung auf Gegensätzlichkeit die den Willen /um jüdischen Volke ihr' bel:err"cheude3 Prinzin nen:u: Und in der Tat läl5t sich auch keine durch die. Gesetze der Tlu-ra geschalten^ Situation denken, der der Zionismus praktisch nicht gerecht werden könnte. Der Gegensatz zur Gedankenwelt des Zionismus liegt vielmehr in etwas anderem, er besteht in der Gesinnung, daß d:e T r e u e z iir T h o r a die H i n g e b u n g an ei n a n d eres 1 v -;1;« u s s c Kl i t H t. Wer der Thora treu ist. sie lieht mit gau- /e:y: Heizen und mit dem Em>;::z >eines ganzen Könnens, niuli in ihr