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Der jüdische Student · 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
16 (1919)
Issue
Heft 1 (April 1919)
Date
1919-04-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Lipscbitz, Die Erneuerung des Kartells 17 Negation der Assimilation; teils durch el^vae Erlen: :-!^ Cki Fehler der Assimiianten, teils aber auch durch Anerkennung antisemitischer Krirk. Und dieses Letztere war das Bedenkliche: denn ns;ührte zu «-iner Verunreinigung des Idealbildes der jüdischen PerstnKcikcir, indem d;e>es Charakterzügc annahm, welche nicht der inneren jüdischen Notwendigkeit entstammten, sondern dem Idealbild der niehtjtUischen Kritiker, welches diese als Maßstab für ihre Kritik an den Juden gebrauchter:. Konnte dies anders sein in einer Zeit, in ihr zwar theoretisch die Einheit des ganzen jüdischen Volkes gelehrt wurib, in cor ah t ortkt.sch acr deutsche Zionismus den Anschhiii an das gesamte Nntionaljudenruin noch nicht gefunden hatte? In einer Zeit, in der sich die zionistische Arbeit aut die Verbreitung der Idee beschränkte, ohne sich der Notwendigkeit ihrer .Vertretung bewußt werden z:i köunm,- weil der Blick nicht aut aas Ganze der nationalen Judenheit gerichtet war? Parin lag vhen der Fehler, daß B. J. C. und K. Z. V. sich ihre Autgi&eu im deutschen Judentum unc^ nur in diesem suchten. Wenn wir heute eine bessere Erkenntnis gewonnen, haben, so ist es nicht das Verdienst der Jüngeren, sondern die Zciturusr inde haben uns dazu verholten. Unser zionistisches Ideal ist durch aen Weltkrieg in einem ungeahnten Tempo seiner Verwirklichung Tiiher gerückt worden: der Oedanke an Palästina ist nicht mehr traumhafte platonisch, sondern erweckt in uns starke Wjünsche unjl heißes Wollen im Bereiche der Realtät. Nicht mehr der Kampf gegen die Assimilation steht im Vordergrund der Betätigung der K. J. V^-KorporationsE und der Bundesbrüder, sondern es ist ihnen eia weites Tätigkeitstelii positiv jüdischer Arbeit ersianoen, vor allem in der nationaljüdischen Jugendbewegung; die Berührung mit den Ostjuden, welche der Krieg vielen Bandesbrüdern vermittelt hat, hat das ihre getan, das Bewußtsein der Einheit des jüdischen Voikes erstarken zu lassen und unsere bis zum- Krieg bestehende Exklusivität zu erschüttern. War trüh«\- unser Karte;! ut_i iesis-utkcnrk Ansatzpunkt, cm den herum sich der deutsche Zionismus kristallisierte, so ist heute seine Stellung in der zionistischen Bewegung eine andere geworden. Das K. J. V. so!1, "heute sein ein Teil der gesamten nationaljüdisihen Bewegung, nicht nach den Bedürfnissen des deutschen Judentums orkntiert, sondern nach denen des Gesamtjudentums: und Palästina soll der Magnet sein, der der national jüdischen Bewegung überhaupt und den K. J. V. im besonderen die Richtung der Entwicklung gibt: denn enat durch den gemeinsamen Paiästinagedanken ist wie die Einheit des gesamten Natio-ialjudentum^ so der Zusammenhang des K. J. V. mit dieaen gewährleistet. Ein nichtzionistisches Nationa1judeiitu.ni ist uns *»in Unding: von Palästina erhotfen wir die Erlösung des jüdische* Volkes aus seiner Golustragik. Das ist der nationale Gedanke des Zionismus. Nun wird von allen Seiten als Ziel unserer K. J. V.-Erziehttß^ die Erziehung zur jüdischen Persönlichkeit bezeichnet. Mag "man dm? Begritf der Persönlichkeit definieren wie man will, eins ist sicher* jüdisch kann nur die Persönlichkeit sein,, die sich in selbstloser rShgabc in den Dienst der jüdisch-nationalen Idee stellt: und diese wte'st nach Palästina. Nichts anderes besagt es, wenn man fordert, daß &*r einzelne Ziontst Palästina in sein Lebcnsprograrnm aufzunehmen habe. Im Hinblick auf Palä>iia.i müssen wir unser Leben gestalten: ist es ms ernst um unseren Zionismus, so müssen wir aus dem für das jüdisdhi Volk für richtig erkannten Paläsiiuagecirmken auch tür uns persönlich üe Konsequenzen ziehen: das

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