Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 1 (April 1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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HirsS, Der erste Kartelltag IS Im übrigen sind die Steinschen Thesen in großen und uan/i n angenommen, und es ist damit eine Grundlage lür die küuHige Gest altung der korporativen Formen gegeben. Die Diskussion über die Neugestaltung des Kar&lls hatte den Ha.ipiteil der zur Verfügung stehenden Zeit in Anspruch genommen. Und es war auch die wesentlichste Frage. Alle anderen Gegenstände der Tagesordnung waren leichter und schneller zu erledigen. Die P a 1 ä s t i n a d e b a t t e wurde durch ein gründliches ReL^it unseres Palästinaspezialisten Wal [er Moses einleitet. Sein ceterum censeo bleibt: „Akademiker haben wir genug; wir brauchen Bauern.*' Daher die immer wiederholte Mahnung zur Berat sumsmichtung. R u p p i n (als Gast), Lichtheim, Zlocisti hatten dem Relerate nichts wesentliches hinzuzulügen. Ruppin gab den Trost, wein auch kein großes. Bedürfnis nach Akademikern bestehe, so seien wir sibch schließlich eine verhältnismäßig so kleine Anzahl, daß diejenigen von ans, die den ernsten Vvillen haben, doch die Möglichkeit haben würden, lach 'Palästina überzusiedeln. Die Palästinadebatte hat keine neuen Gesjifitspunkte gebracht; aber* die ernste Sachlichkeit des Referats und der Diskiss:on auf der einen Seite, die gespannte Aufmerksamkeit der Bundesbrikksr andererseits hoben das Niveau und die Würde des Kartelltags. Man me&te, daß hier rut unserem Lebensnerv gerührt wurde. Es wird Zeit, daß wir mehr unet mehr aus den theoretischen Diskussionen zu sachlichen De&tttert übergehen. Die Altherrenfr'age, die bereits auf dem J&herrentag die Gemüter erregt hatte, mußte auf dem Kartelltag — niemandem zur Freude — nochmals aufgerollt werden; denn der Karteiltag sollfe entscheiden. Man einigte sich sofort auf Generalredner. Die Abstimmung ergab die Annahme des Rosenberg sehen Antrages. Von den sonstigen Beschlüssen sei noch erwähnt, £tß in Minie hen unu F r e i b u r g die bisher bestehenden beiden Korporationen ^alte B. J. C„ und a!te K. J. V.-Korporation) zusammengelegt worden snd. In Breslau bleiben beide Korporationen bestehen/ Neue Korporationen sind in WürZburg, Göttingen, Leipzig und M ü n s te r entstanden und provisorisch aufgenommen; Stammtische bestehen in Rostock und Malle. Noch nie hatte die Personen frage auf des Kartelltagen des B. J. C. eine Rolle gespielt.: Rosenkranz wurde sttts mit einmütiger Akklamation zum Präsidenten gewählt. Diesmal nahmen Sinter den Kulissen aie "Verhandlungen über die Personenfrage einen erheÜichen Raum ein. Und es handelte sich wirklich auf keiner Seite um peßönlicruu Ehrgeiz, sondern die Rersonenfrage war für die Erhaltung und Gestaltung des Kartells von größter Bedeutung. Nach meiner Meinung war es nur folgerichtig, wenn B l u n; v n f e 1 d zum Präsidenten gewählt wurde. Blumeufeid hatte während des ganzen Kartelltags den Gedärmen der Siheit des Kartelli mit größter Entschiedenheit vertreten, BlumenkU halte xou \ornherein den unbedingten Glauben an oll* Zukunft des Kartells; Bhimaifeid hatte es verstanden, den K. j. .V-Gedanken aufs neue lebendig zu machen, ihn auch den Jüngeren gegenüber durchzusetzen. Nachdem der Krftelitag sich dahin entschieden hatte, die Einheil des Kartells zu, wahren, msilte er Oen ausgesprochensten Vertreter dieses Einheitsgedankens /um Präsiden Wühlen, mußte er Blumen leid Gelegenheit geben, jetzt in zäher \rb zlt die Ei.dieit des Kartells auch >ciui'i"en. Die andern Kandidaten für den Präsiueruc::- posttn man mag über ihn sonstige Eignung denken wie nun uih — hasten gegenüber Blumen ield den Mangel, da Ii sie fücht iaiucr den Guubcn