Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 16 (1919)
- Issue
- Heft 1 (April 1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 übrigen Kartell und glaube, daß dieser Kartelltag mch nicht die Losung o-T Frage gebracht hat Man hat sich hier mit Cm cm Kompromiß begnügt. Die verschiedene Stellungnahme zu diesem Probien u;;d auch zur Frage der Einheit des Karteiis ergab zum erstenmal aai ei nun Kanelitag die Einteilung in Fraktionen. Und zwar bildeten sich drei Gruppen: 1. Die Fi e c h^wergruppe, die die neuen ITendeazen vertrat, die zum größtei: Teil Bundeshiüder umfaßte, die n-js dm\ Blau-Weiß hervorgegangen wann oder doch den Schwerpunkt der lEitigkeit in den Blau- Weiß verlegt haben. Dazu tinige Gleichgestimmte. 2. Aul der entgegengesetzten Seite die Gruppe, die sich um Zwirn und den V. J. St. Berlin konzentrierte und die die neuin Methoden rundweg ablehnte. Diese Gruppe verzweifelte daran, die Eirfieit des Kartells aufrecht rhalten zu können. Die Gruppe vertrat auch in der A. H.-Frage den Zwiznschen Standpunkt 3. Die Gruppe des Ritderver eins. Sie äänd im wesentlichen auf dem Boden der Steinschen Thesen, trat en£scheelen für die Einheit des Kartells ein und verlangte nur von der Hedhuvergruppe gewisse Kautelen. Die drei Gruppen unterhandelten recht lebhaft audhhinter den Kulissen; wie überhaupt der Kartelltag auch darin sich den modernen Parlamenten näherte, daß viel außerhalb des Verhandlungssaales verhandelt wurde. Es gab Momente höchster Spannung. Manchmal schien eine Einigung unter Gen Fraktionen bereits erzielt, und die Einheit des Kartells schien gewährleistet, und dann wart ein Zwischenfall alles um, und man hörte, das Kartell sei nicht mehr zu halten. Es Waren nichso sehr die sachlichen. Differenzen wie vielmehr Stimmungsmomente und Personen tagen,, die die Einheit gefährdeten. Denn das, was uns alle einte, der gemdiisame K. J. V.-Geist, das war —'insbesondere durch Blumen lelds Ausführungen in mehreren Reden — bald herausgearbeitet: aufs Ganze des Zionismus zu blicken, sich iür den ganzen Zionismus verantwortlich zu iuhlen, sich einordnen in eni Ganzes, sich nicht treiben zu lassen von Stimmungen, seinen Mann zui stehen in den Strömungen der Zeil, sbh. nicht beherrschen zu lassen, nicht sofort hinzugeben, sondern -di Dringe beherrschen zu können. Blumeideld hat das, was uns allen als eks K. J. V.-ldeal vorschwebt klar zum Ausdruck gebracht; er hat insbcsoidere dem Hechawerkreise mehr K. J. V.-er-tum entgegengestellt; aber loch in einer Form,, die durchaus sein Verständnis für die neuen Sirömmgen erkennen ließ. Blumen fehl trat den Jungen entgegen, als einer, der säe voll versteht und ihnen trotzdem oder eben deshalb entgegentritt. Man war sich in allen Kreisen der Buiidesbailcr von vornherein darüber klar, "daß nur eine Einheit in der Grundaiifassung unserer Erziehungsautgaben erzielt, daß dagegen in den Formm aes Korporationslebens cien einzelnen Verbindungen eine gew<s>e Fhciheit gelassen werden müsse und daß auch in der jüdischen .Arbeit o».-r einzelnen Korporationen eine gewisse Spezialisierung eintreten dürfe. Es ist dirchatis zu begrüßen, wenn die eine Berliner Korporation sich speziell der sodalen Arbeit widmen will und cleshalb -»ich dem Vuiksiu im näher;iioeldielM. eine andere speziell den Sport pflegt und Anschluß au den Bir Kociiba-sucht und eine dritte sich das Ziel steckt, die hebräische Korporation des Kartells zu werden. Aber all diese Spezialisierung darf nie zu einem geslnnmgsmäßigen Abschluß gegen das Gesamtkartell iühren; immer muß dir Teidenz auf das Ganze des Zionismus gerichtet bleiben.