Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 15 (1918-1919)
- Issue
- Heft 8-11 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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"148 "Beticht des Pfäsidiünis :Beziehung auch vorläufig nicht zu erwarten. Bei der Beurteilung der ih- -häTriichen Ausgestaltung' hingegen Mrfen äußere Hemmnisse nur teil- - Weise "zur Erklärung herangezogen werden; Gewiß haben die Verhältnisse ^unseren Mitarbeiterkreis wesentlich eingeschränkt; aber der Eindruck bleibt . bestehen, daß das Kartell nicht nach Kräften ah der Ausgestaltung seiner Zeitschrift mitgearbeitet hat. Eine unverhältnismäßig große Anzahl von Aufsätzen ist von Außenstehenden geschrieben worden, um deren Mitarbeit wir doch vorwiegend -deswegen gebeten haben, weil das von Bundesbrftern eingehende Material quantitativ wie qualitativ unzureichend war. Offenbar nehmen grade diejenigen von uns, die zu schriftstellerischer Arbeit am meisten geneigt und befähigt sind, an unserm Kartellorgan nicht genügend Interesse. Vielleicht erscheint ihnen Rahmen und Wirkungskreis zu eng, um sich darin zu äußern. Aber dann vergessen sie dabei, daß es ja grade an ihnen liegt, Jbeides so zu erweitern, daß der „Jüdische Wille" ihr bester Resonanzboden wird. Immerhin liegt der Hauptmangel noch nicht bei den einzelnen größeren Aufsätzen. Die kann man sich schließlich, wenn man die nötige Geduld im Abfassen von Mahnbriefen aufbringt, immer beschaffen. Aber äie'arbeitsfreudigste Redaktion kann nicht bewirken, daß aus dem ganzen der Geist einer lebendigen und teilnehmenden Gemeinschaft spricht. Wir |ind in der glücklichen Lage, über etwa elfhundert Mitarbeiter zu verfingen, und müßten deshalb .theoretisch imstande sein, etwa in Form einer Rundschau eine Fülle von Buchbesprechungen, von Glossen über aktuelle Ereignisse, von kurzen .Berichten über Vorgänge und ^Erscheinungen auf allen Gebieten unseres Interesses zu bringen, daßi daraus wirklich etwas \'on dem Geist einer lebendigen und im besten Sinne interessierten Gemeinschaft spricht. So sieht die Theorie aus; die Wirklichkeit hingegen heißt „Einzelheiten" und kann «sui Heft 1 bis 6 unserer Zeitschrift in .Augenschein genommen werden. Es scheint, daß die Mehrheit des Kartells sich über. die Bedeutung, dje eine öffentliche Zeitschrift für uns haben könnte, nicht hinreichend klar ist. Wir haben bisher immer gemeint, das Rückgrat der zionistiscehn Organisation Deutschlands zu sein. Und wenn das K. J. V. als solches, das vielleicht zurzeit njeht mehr ist, die Summe der einzelnen K. J. V.-er bleibt doch von überragender Bedeutung für das zionistische Leben Deutschlands.- Aber wenn man den „Jüdischen Willen" sieht, Tcann man Zweifel an der Richtigkeit dieser Auffassung hegen. Tatsächlich stellt sich das Kartell inihm 'keineswegs als das dar, was es in Wirklichkeit ist. Das muß es aber unbedingt tun, da es sich sonst in den Augen der Oeffentiichkeit grundlos und unnötig herabsetzt. Es ist vielleicht nicht notwendig, daß war eine Zeitschrift haben; aber sehr notwendig, daß *wir uns' in ihr von der allerbesten Seite darstellen. Und wenn wir selbst ein. geistiges Leben führen, dann müßten wir durch unsere Zeitschrift auch auf das gesamte zionistische Leben einwirken können. Daß ein Organ dieser Art auch gleichzeitig eine bessere Keilwirkung haben wird als eins, das sich absichtlich auf das Niveau eines, gedachten Normaltyps von KeiMuxen einstellt, ist bereits mehrfach auseinandergesetzt worden. Was bisher versäumt wurde, soll der neue Jahrgang nachholen. Aeußere Schwieriglceiten bestehen nun nicht mehr. Kein K. J. V.-er ist •gehindert, sieh nach Maßgabe seiner Kräfte an der Arbeit zu. beteiligen. Wir sprechen also die Bitte an alle K. J. V.-er aus, das, vr&sr sie 'zu' sagen haben, möglichst nur im „Jüdischen Willen" zu sagen. Sie werden : #ch damit selbst den Rahmen schaffen, den sie für, ihre Veröffentftcbtm-